Solaranlagen gehören mittlerweile zu Deutschland wie Kirchtürme oder Autobahnkreuze. Mehr als 3,5 Millionen kleine oder größere Kraftwerke, mit denen die Energie der Sonne genutzt wird, finden sich zwischen Flensburg und der Zugspitze.

Im Bereich der Photovoltaik ist Deutschland sogar Weltmeister. In keinem anderen Land der Welt wird so viel Solarstrom pro Einwohner produziert wie hierzulande. Aber auch die Solarthermie-Leistung kann sich sehen lassen.

Viele südliche Länder, in denen traditionell die Kraft der Sonne für die Warmwasseraufbereitung genutzt wird, hat Deutschland mit moderner Technologie überflügelt. Unter den Top 10 in der Welt ist Deutschland das einzige Land, welches überwiegend nördlich des 48. Breitengrades liegt.

Das Erstaunlichste am deutschen Solarwunder aber ist, dass es nicht durch industriell betriebene Kraftwerke oder kommunale Großanlagen zustande gekommen ist. Diese gibt es zwar auch, aber der Löwenanteil deutscher Solaranlagen ist in privater Hand.

Es handelt sich dabei zu über 90 % um Solaranlagen auf den Dächern von Ein- und Zweifamilienhäusern. Diese Immobilien werden durch die installierten Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen deutlich aufgewertet.

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Photovoltaik und Solarthermie

Es gibt zwei Möglichkeiten, das Licht der Sonne in Energie umzuwandeln: über den fotovoltaischen Effekt in elektrischen Strom oder durch die Erhitzung eines Leitmediums in Wärme. Beide Energieerzeugungsarten beruhen auf dem physikalischen Fakt, dass die Sonne mit der sogenannten Solarkonstante von 1.367 Watt pro Quadratmeter auf die Erdatmosphäre einstrahlt.

Bis jeweils zum 60. Breitengrad nördlich und südlich des Äquators täglich dringen davon durchschnittlich täglich noch mindestens 1.000 Watt auf jeden Quadratmeter Erdoberfläche vor. Dieser Wert ist mehr als ausreichend, um eine effektive Energieversorgung herzustellen.

Deutschland ist eines der nördlichsten Länder, das in diesem Umfang auf Sonnenkraft setzt, doch die Energieausbeute lohnt sich und kann Vorbildmodell für andere Nationen sein.

Auch die regionalen Unterschiede in Deutschland in Bezug auf die Sonnenscheindauer pro Tag ändern daran nichts. Solarenergie ist über das gesamte Jahr gesehen überall in Deutschland effizient. Solarstrom wird über Solarmodule gewonnen, die mehrere Solarzellen in Reihe schalten und mittels Halbleitertechnik Gleichstrom erzeugen.

Dieser wird im Wechselrichter der Anlage in gebrauchsfähigen Wechselstrom verwandelt, wie er sonst aus dem Stromnetz gezogen wird. Zehn Quadratmeter Modulfläche reichen bereits aus, um den Strombedarf einer vierköpfigen Familie zu decken.

Die Solarthermie benötigt ebenfalls nicht mehr Fläche, um den Warmwasserbedarf einer vierköpfigen Familie zu decken und zur Heizungsunterstützung beizutragen. Hier sind es die Kollektoren, die das Sonnenlicht einfangen, bündeln und damit das Leitmedium stark erhitzen.

In Flachkollektoren werden 150 Grad Celsius bis 200 Grad Celsius erreicht, Vakuum-Röhrenkollektoren bringen es leicht auf einen Wert um 300 Grad. Die Wärme muss ständig abgegeben und kann in einem Kessel gespeichert werden.

Solaranlagen als Rendite-Objekte

Auch wenn vor Jahren viel mit dem „grünen Gewissen“ geworben wurde – ein Zuschussgeschäft waren die alternativen Energien noch nie. Der Gesetzgeber sorgte von Anfang an dafür, dass jeder Anlagenbetreiber seine Investition sicher zurück erhielt.

Im Gesetz zu den Erneuerbaren Energien (EEG) aus dem Jahr 2000 wurden Einspeisevergütungen festgelegt, die weit über dem durchschnittlichen Strompreis lagen. Zudem wurden sie den PVA-Betreibern auf 20 Jahre garantiert. Eine bessere Absicherung für eine Investition gibt es nicht. Mit den fallenden Preisen für Photovoltaikmodule ab 2010 wurden Solaranlagen zum beliebten und hoch rentablen Anlageobjekt.

Die Zeiträume für die Abzahlung der Investition verkürzten sich deutlich. Dagegen wuchs die Zeitspanne an, in der die Betreiber noch die hohe Einspeisevergütung erhielten. Immobilien mit einer Solaranlage, die vor 2010 in Betrieb ging, werden daher sehr geschätzt.

Der Kaufpreis ist zwar etwas höher, aber der Besitzer kann sich jedes Jahr über bedeutende zusätzliche Einnahmen freuen. Mittlerweile bestimmt der Eigenverbrauch die Rentabilitätsrechnung. Egal, ob Photovoltaik oder Solarthermie – die entsprechenden Anlagen amortisieren sich inzwischen spätestens in 10 Jahren Laufzeit. Die eingesparten Kosten für den Bezug von Strom oder Wärmeenergie über diesen Zeitraum entsprechen der Höhe der Investition.

Danach aber liefern beide Anlagetypen weiterhin Energie – ihre Lebensdauer wird mit mindestens 30 Jahren veranschlagt. Auch der Wirkungsgrad fällt nicht steil ab und verändert sich ab einer Größe von 80 % (nach 20 Jahren) nur noch wenig.

Viele Solarhersteller geben bereits Leistungsgarantien über mehrere Jahrzehnte. Jeder Solaranlagenbetreiber kann also mindestens von dem Dreifachen ausgehen, was ihm die Sonnenkraft an Investition zurückgibt. Anders ausgedrückt: die Rendite beträgt über 30 Jahre annähernd 10 %.

Eine solch hohe Rendite-Erwartung ist bei Finanzprodukten schon mit etlichen Risiken verbunden. Bei Solaranlagen ist das Risiko gleich Null und die Rendite bleibt über einen für Finanzgeschäfte ungewöhnlich langen Zeitraum stabil. Durch den ständig steigenden Energiepreis wird die Rendite sogar noch erhöht.

Energetische Unabhängigkeit, wenigstens jedoch Niedrigenergieverbrauch, wird für Immobilien immer mehr zum Gütesiegel. In der Gesamtbilanz der Kosten, die bei einer Immobile über Jahrzehnte läuft, spielt der Kostenfaktor Energie eine immer größere Rolle.

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Solarthermie zur Heizungsunterstützung

Aus der einstigen „Fördertechnologie“ Solarkraft ist mittlerweile eine marktfähige und universell einsetzbare Komponente geworden. Unterstützung vom Staat gibt es weiterhin. Denn im Zuge der Energiewende haben Solaranlagen neue Bedeutung in der Gebäudesanierung erhalten.

Diese erfolgt heute nach energetischen Gesichtspunkten und soll helfen, die ehrgeizigen Klimaziele in Deutschland zu erreichen. Immerhin stammt die Hälfte der schädlichen Emissionen in diesem Land aus den privaten Haushalten – da lohnen sich die Investition in eine bessere Gebäudedämmung und die Erneuerung der Heizungsanlagen.

Neben der Solarenergie sind außerdem auch nahezu alle anderen energiefreundlichen Maßnahmen förderungswürdig und können separat geltend gemacht werden.

Entsprechend haben sich die Prämissen der staatlichen Förderung hin zur Solarthermie verschoben. Während die Einspeisevergütung für Photovoltaik-Anlage nurmehr einen kleinen Teil gegenüber dem geldwerten Vorteil aus dem Eigenverbrauch von Solarstrom darstellt, öffnet die Solarthermie weitere Fördertöpfe. Denn sie kann mit allen üblichen Heizungsarten kombiniert werden und spart bis zu 70 % der notwendigen Brennstoffe.

Fossile Energieträger wie Öl oder Kohle verursachen die meisten CO2-Emissionen – in Verbindung mit einer Solarthermie-Anlage können diese Werte drastisch reduziert werden. Die Lieblingsheizung der Deutschen ist ohnehin die Gasheizung.

Hier ist die Kombination mit einer Solartherme noch wesentlich effektiver, da die Verbrennung von Gas deutlich weniger CO2 freisetzt. Der Staat unterstützt den Kauf von Kombikesseln, zahlt beim Kauf von Solarkollektoren zu und vergibt Boni für den Einsatz alternativer Energieerzeugungsarten.

Wer die Heizungsanlage komplett erneuert und auf die moderne Brennwerttechnik umrüstet, Wärmepumpen einsetzt oder entsprechende Anlagen mit einer Solartherme kombiniert, kann mit mehreren Fördervarianten rechnen.

Faktisch jede Maßnahme zur Wärmedämmung wird unterstützt: von der Abdichtung der Türen und Fenster bis zur kompletten Fassaden- oder Dachdämmung bemerkbar. In der Summe der Maßnahmen macht sich die Solarthermie zur Heizungsunterstützung noch mehr bezahlt, denn die Energieverluste sinken extrem. Damit wird die preiswert erzeugte und eingesetzte Energie noch rentabler.