DEIN KURZCHECK
Das ist wichtig.
kWp bezeichnet die Modul-Nennleistung; kWh bezeichnet erzeugte oder verbrauchte Energie.
Eine hohe Jahresproduktion bedeutet keine Versorgung zu jeder Tageszeit.
Eine Ertragsprognose braucht nachvollziehbare Standort-, Dach- und Verlustannahmen.
So wird aus Sonnenlicht nutzbarer Strom
Photovoltaik erzeugt elektrischen Strom aus Licht. Die Module liefern Gleichstrom; der Wechselrichter wandelt ihn in Wechselstrom für das Haus um. Solarthermie erzeugt dagegen Wärme. Die Verbraucherzentrale erläutert diesen Unterschied in ihrer Planungsinformation.
Unsere Empfehlung: Lass im Angebot Module, Wechselrichter und gegebenenfalls Speicher getrennt benennen. Frage, welche Komponenten zusammenpassen und welche Funktion tatsächlich zugesagt wird. Die Grafik zeigt ein vereinfachtes System ohne Speicher; sie ist keine Anschluss- oder Montageanleitung.
kWp, kW und kWh: drei Zahlen mit verschiedenen Aufgaben
Die Verbraucherzentrale erklärt kWp als Nennleistung der Module unter standardisierten Laborbedingungen. Das ist kein ständig verfügbarer Leistungswert. Der tatsächliche Ertrag hängt unter anderem von Einstrahlung, Jahreszeit, Verschattung und Verschmutzung ab.
Unser frei gewähltes Rechenbeispiel: 20 Module mit jeweils 450 Wp ergeben 9.000 Wp, also 9 kWp. Eine separat angenommene spezifische Jahresproduktion von 950 kWh je kWp ergibt 8.550 kWh. Die 950 sind eine Modellannahme, kein allgemeiner Deutschlandwert oder Ergebnis einer Standortberechnung.
| Einheit | Bedeutung | Unser fiktives Beispiel |
|---|---|---|
| Wp / kWp | Nennleistung der Module | 20 × 450 Wp = 9 kWp |
| kW | Leistung zu einem bestimmten Zeitpunkt | Nicht aus dem Jahresertrag ablesbar |
| kWh | Energiemenge über einen Zeitraum | 9 × 950 = 8.550 kWh im Jahr |
Eine Ertragsprognose muss ihre Annahmen zeigen
Das Joint Research Centre der EU beschreibt für PVGIS die Berechnung mittlerer Monats- und Jahreserträge netzgekoppelter Anlagen ohne Batteriespeicher. Standort, Modultechnik, Montage, Ausrichtung, Neigung und Systemverluste gehören zu den Eingaben beziehungsweise dokumentierten Annahmen. Die Ausgabe enthält auch die Schwankung der monatlichen Produktion zwischen Jahren.
Unsere Empfehlung: Fordere zur angebotenen Jahreszahl die vollständige Berechnung an. Bei mehreren Dachflächen jede Fläche nachvollziehbar zuordnen. Kläre besonders, wie nahe Hindernisse und zeitweise Schatten berücksichtigt wurden. Ein Modellmittel ist keine Garantie für jedes Betriebsjahr.
| Angabe im Angebot | Unsere konkrete Rückfrage |
|---|---|
| Standort und Dachflächen | Welche Fläche wurde mit welcher Ausrichtung und Neigung gerechnet? |
| Module und Montage | Entspricht die Berechnung den angebotenen Komponenten und ihrer Montage? |
| Verluste und Schatten | Welche Verluste wurden angesetzt, welche Hindernisse berücksichtigt? |
| Ertrag pro Monat | Wie verteilt sich die Produktion über das Jahr? |
| Rechenstand | Welche Datenbasis, Version und Berechnungsunterlagen sind beigefügt? |
| Abweichungen | Welcher Spielraum wird genannt und was ist ausdrücklich garantiert? |
Viel Jahresstrom ist noch keine vollständige Eigenversorgung
Eigenverbrauch hängt laut Verbraucherzentrale auch davon ab, wann der Haushalt Strom benötigt. Jahresproduktion und Jahresbedarf allein zeigen diese zeitliche Überlappung nicht. Unsere Empfehlung: Eine Eigenverbrauchsprognose mit nachvollziehbarem Verbrauchsprofil verlangen.
Unser eigenes Jahresmodell ohne Speicher setzt 8.550 kWh Produktion und 4.000 kWh Haushaltsverbrauch an. Zusätzlich nehmen wir ausdrücklich 2.400 kWh zeitgleich direkt genutzten Solarstrom an. Diese Zahl wird nicht aus den beiden Jahressummen abgeleitet. Daraus folgen 6.150 kWh Einspeisung und 1.600 kWh Netzbezug.
In dieser vereinfachten Bilanz beträgt der Eigenverbrauchsanteil rund 28,1 Prozent der Produktion; der Autarkiegrad beträgt 60 Prozent des Haushaltsbedarfs. Dieselben 2.400 kWh haben unterschiedliche Bezugsgrößen. Die Bilanz berücksichtigt keinen Speicher und keine weiteren Energieflüsse; sie ist keine Vorhersage für dein Haus.
| Eigene frei gewählte Jahresbilanz | Rechnung | Ergebnis |
|---|---|---|
| PV-Produktion | 9 kWp × angenommene 950 kWh/kWp | 8.550 kWh |
| Direkt genutzter Solarstrom | Zusätzliche Annahme zeitgleicher Nutzung | 2.400 kWh |
| Einspeisung | 8.550 − 2.400 | 6.150 kWh |
| Netzbezug | 4.000 − 2.400 | 1.600 kWh |
| Eigenverbrauchsanteil | 2.400 ÷ 8.550 × 100 | Rund 28,1 % |
| Autarkiegrad | 2.400 ÷ 4.000 × 100 | 60 % |
Speicher und Stromausfall getrennt betrachten
Unsere Empfehlung: Beim Speicher nach nutzbarer Kapazität, Leistungsgrenzen, Verlustannahmen und dem zugrunde gelegten Verbrauchsprofil fragen. Ein großer Speicher allein belegt weder einen bestimmten Autarkiegrad noch einen wirtschaftlichen Vorteil. Lassen sich Speicher und Anlage getrennt vergleichen, wird ihr jeweiliger Beitrag verständlicher.
SMA erläutert als Hersteller: Ein gewöhnlicher netzgekoppelter PV-Betrieb wird bei Netzausfall abgeschaltet; Versorgung bei Stromausfall erfordert geeignete Komponenten und eine Abkopplung vom öffentlichen Netz. Unsere Empfehlung: Eine ausdrücklich benötigte Not- oder Ersatzstromfunktion samt versorgten Stromkreisen schriftlich beschreiben lassen. Das Wort „Speicher“ belegt diese Funktion nicht.
Was das Angebot vollständig beschreiben sollte
Unsere Empfehlung: Ordne den Preis einer konkreten Ausführung zu: Modulzahl und Typ, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Elektroarbeiten, Gerüst, Zählerschrankarbeiten, Dokumentation und Inbetriebnahme. Markiere enthaltene Leistungen, ausdrücklich ausgeschlossene Arbeiten und noch ungeklärte Positionen unterschiedlich. „Komplettanlage“ allein lässt diese Abgrenzung offen.
Unsere Empfehlung: Herstellerzusagen mit Garantiegeber, Laufzeit, Bedingungen und beanspruchbarer Leistung dokumentieren. Eine Leistungsgarantie für Module ist keine automatische Ertragsgarantie für die ganze Anlage. Statt Hersteller nach Herkunft pauschal zu bewerten, nachvollziehbare Produktunterlagen und vertragliche Leistungen vergleichen.
Unsere Empfehlung: Für eine Wirtschaftlichkeitsrechnung Investition, Finanzierung, laufende Kosten, Ersatzteile und Erlösannahmen offenlegen lassen. Vergütungs- und Steuerfragen mit dem konkreten Inbetriebnahmefall getrennt prüfen. Eine universelle Amortisation nach 20 Jahren ist kein belastbares Ergebnis für dein Angebot.
Vom Angebot zu einer nachvollziehbaren Anlagenakte
Unsere Empfehlung: Bestätigte Planung, Änderungen, Schlussrechnung, Komponentenliste und Inbetriebnahmeunterlagen zusammen ablegen. Prüfe anschließend, ob die gelieferte Modulzahl und die genannten Typen zum Auftrag passen. Bei Mehrkosten zuerst die vereinbarte Änderung und deren Berechnung anfordern.
Unsere Empfehlung: Ertragsdaten regelmäßig sichern und Abweichungen gegenüber dem passenden Zeitraum untersuchen lassen. Ein schwacher einzelner Tag beweist keinen Anlagenfehler; umgekehrt sollte ein dauerhafter unerklärter Rückgang nicht in einer Jahreszahl verschwinden.
Die Dokumentprüfung gibt unverbindliche Hinweise zu unklaren Angaben, Rechenwegen und Unterschieden zwischen Unterlagen. Sie ersetzt keine elektrotechnische Planung, Ertragsbegutachtung, Steuer- oder Rechtsberatung und garantiert keine Einsparung.
Häufige Fragen
Wie berechne ich die angebotene Modul-Nennleistung?
Im eigenen Beispiel: 20 × 450 Wp = 9.000 Wp = 9 kWp. Unsere Empfehlung: Die tatsächlichen Typdaten und die angebotene Anzahl zugrunde legen.
Ist eine Jahresertragszahl garantiert?
Ein berechneter Mittelwert ist keine zugesagte Mindestproduktion. Unsere Empfehlung: Modellannahmen und eine gegebenenfalls ausdrücklich vereinbarte Garantie getrennt dokumentieren.
Sind Eigenverbrauchsanteil und Autarkiegrad gleich?
Nein. Im eigenen Modell beziehen sich 2.400 kWh auf 8.550 kWh Produktion beziehungsweise auf 4.000 kWh Haushaltsbedarf: rund 28,1 Prozent gegenüber 60 Prozent.
Kann eine PV-Anlage trotz hoher Jahresproduktion Netzstrom brauchen?
Ja: Entscheidend ist auch der zeitliche Bedarf. Im eigenen Jahresmodell werden 1.600 kWh zusätzlich bezogen, obwohl insgesamt mehr als der Haushaltsbedarf erzeugt wird.
Woran erkenne ich ein vergleichbares Angebot?
Unsere Empfehlung: Gleiche Ausführung und denselben Leistungsumfang gegenüberstellen. Ungeklärte Elektro-, Gerüst- oder Dacharbeiten nicht als kostenlose enthaltene Leistung behandeln.
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