DEIN KURZCHECK
Das ist wichtig.
Die Nenngeschwindigkeit ist ein Produktwert; deine gesamte Wegezeit hängt von weiteren Faktoren ab.
Gebäudenutzung, Haltestellen, Türen und Stoßzeiten als gemeinsame Planungsgrundlage erfassen.
Mehr Geschwindigkeit erst anhand konkreter Berechnung, Ausführung und Kosten vergleichen.
Die Geschwindigkeit ist nur ein Teil deiner Aufzugzeit
Vom Ruf an der Haltestelle bis zum Aussteigen vergeht mehr Zeit als während der reinen Bewegung. Die Kabine muss verfügbar sein, Türen öffnen und schließen, Menschen ein- und aussteigen. Zwischenhalte verändern den Ablauf zusätzlich.
Die Nennfahrgeschwindigkeit in Metern pro Sekunde beschreibt deshalb keine garantierte Reisezeit. KONE erläutert in seinen Planungsunterlagen, dass auf kurzen Wegen Beschleunigung und Bremsen den Nutzen einer höheren Geschwindigkeit begrenzen können. Auch Türabläufe sind zu betrachten.
Unsere eigene Zeitgrafik trennt diese Bestandteile. Sie hilft beim Lesen eines Angebots, ersetzt aber weder eine Verkehrsberechnung noch eine Messung in deinem Gebäude.
| Zeitbestandteil | Was du für den Vergleich wissen willst |
|---|---|
| Warten nach dem Ruf | Für welche Tageszeit und Nutzung wird die Wartezeit betrachtet? |
| Türen | Welche Abläufe sind unter welchen Bedingungen angenommen? |
| Ein- und Aussteigen | Welche Nutzer und Transporte berücksichtigt die Planung? |
| Fahren | Welche Strecke, Geschwindigkeit und Bewegungskurve sind zugrunde gelegt? |
| Zwischenhalte | Wie werden zusätzliche Halte und Richtungswechsel berücksichtigt? |
Wie schnell ist ein Wohnhausaufzug? Produkt und Konfiguration zählen
Es gibt hier keine für alle Mehrfamilienhäuser verbindliche Geschwindigkeit. Als konkrete Herstellerbeispiele nennt Schindler auf der aktuell gelesenen Produktseite beim 1000 eine Geschwindigkeit von 1,0 m/s und beim 5000 einen Bereich von 1,0 bis 2,5 m/s. Diese Daten sind keine Auswahlregel für dein Haus und keine Kaufempfehlung.
Bei einem Angebot nach der tatsächlich vorgesehenen Konfiguration fragen. Ein maximaler Serienwert beweist nicht, dass diese Geschwindigkeit im geplanten Gebäude angeboten oder auf jeder Strecke erreicht wird. Ebenso können Produktgrenzen und Kombinationen von Förderhöhe, Nennlast oder Haltestellen eine Rolle spielen.
Die Zahl der Etagen allein genügt nicht für einen Vergleich. Geschosshöhen und der konkrete Fahrweg gehören dazu. Eine Fahrt über 24 Meter ist nicht mit einer Fahrt über sechs Meter gleichzusetzen, auch wenn beide Anlagen denselben Nennwert haben.
Nennlast und Geschwindigkeit sind getrennte Kenngrößen. Aus der bloßen Zahl der Mitfahrenden lässt sich hier keine allgemein langsamere Fahrgeschwindigkeit ableiten. Die konkrete Auslegung und zulässige Verwendung anhand der Anlage klären.
Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt die Grenze von Strecke durch Tempo
Wir nehmen frei einen Fahrweg von 24 Metern an. Bei rechnerisch durchgehend 1,0 m/s ergibt Strecke geteilt durch Geschwindigkeit 24 Sekunden; bei 1,6 m/s sind es 15 Sekunden. Das sind idealisierte Zeitanteile ohne Beschleunigung, Bremsen oder Zwischenhalte.
Für die Grafik setzen wir zusätzlich frei 40 Sekunden Wartezeit, acht Sekunden für die zusammengefassten Türabläufe und zehn Sekunden Personenwechsel an. Diese drei Annahmen bleiben unverändert. So ergeben sich 40 + 8 + 10 + 24 = 82 Sekunden und 40 + 8 + 10 + 15 = 73 Sekunden.
Die Modell-Differenz beträgt neun Sekunden. Die höhere Geschwindigkeit verkürzt hier nur einen Bestandteil. Das Modell berechnet keinen echten Fahrzyklus und keine durchschnittliche Wartezeit; die Zahlen dürfen nicht als Zusage für eine Anlage verwendet werden.
| Freie Modellannahme | Fall A | Fall B |
|---|---|---|
| Fahrweg | 24 m | 24 m |
| Angenommene Geschwindigkeit | 1,0 m/s | 1,6 m/s |
| Idealisierter Fahranteil | 24 s | 15 s |
| Warten + Türen + Personenwechsel | 40 + 8 + 10 s | 40 + 8 + 10 s |
| Rechnerische Gesamtsumme | 82 s | 73 s |
Verkehrsplanung beginnt bei Menschen und Wegen
Die KONE-Planungstipps für höhere Gebäude beziehen Nutzer, Zugänge und besondere Transporte ein. Sie erläutern Simulationen zur Betrachtung von Warte- und Fahrzeiten in Hauptnutzungszeiten. Herstellerempfehlungen für bestimmte Gebäudehöhen sind dabei keine allgemeine Baupflicht.
Unsere eigene Unterlagenliste beginnt mit Bewohnern beziehungsweise Nutzern je Etage, Besucheraufkommen, Eingängen, Tiefgarage und typischen Zielwegen. Ergänze Stoßzeiten und besondere Transporte: Kinderwagen, Hilfsmittel, Möbel oder Lieferungen stellen unterschiedliche Nutzungsfragen.
Bei einer angebotenen Berechnung die Annahmen mitliefern lassen. Was bedeutet „Wartezeit“ genau? Ist ein Mittelwert oder eine andere Kennzahl gemeint, welche Stoßzeit und welche Zahl betriebsbereiter Anlagen sind betrachtet? Eine einzelne günstige Zahl ohne Szenario ist nicht nachvollziehbar.
Die Anlage während Wartung oder Ausfall ebenfalls in die Betriebsplanung aufnehmen. Mehr Kabinen, andere Steuerung oder eine größere Kabine können Gegenstand eines Vergleichs sein. Welche Variante sinnvoll ist, braucht eine konkrete Berechnung statt einer pauschalen Empfehlung „immer schneller“.
Haltestellen, Zugang und Hilfe bei Störung separat klären
Bei einem nachgerüsteten Außenaufzug die tatsächlich bedienten Ebenen und verbleibenden Wege prüfen. Ein Halt am Treppenpodest mit anschließendem Treppenweg ist etwas anderes als ein stufenloser Zugang zur Wohnung. „Außenaufzug“ bedeutet aber nicht automatisch, dass nur halbe Etagen angefahren werden.
Kabinenmaß, Türdurchgang, Bedienung und Zugang zusammen betrachten. Ob die konkrete Ausführung geltende Anforderungen erfüllt, muss fachlich und anhand der örtlichen Rechtslage geprüft werden. Dieser Geschwindigkeitsratgeber setzt keine allgemeinen Einbaugrenzen oder landesrechtlichen Pflichten fest.
Der Zugang zu einer privaten Wohnung oder eine besondere Zutrittssteuerung ist eine weitere Funktion, keine durch die Fahrgeschwindigkeit bewiesene Sicherheit. Berechtigungen, Nutzung bei Störung und zuständige Ansprechpartner gesondert planen.
Die TRBS 3121 beschreibt die Organisation der Personenbefreiung und für die genannten Anlagen ein wirksames Kommunikationssystem mit erreichbarem Notdienst. Die alte Behauptung, Wohnhausaufzüge hätten grundsätzlich keinen erreichbaren Notdienst, wird hier nicht übernommen. Welche Lösung gilt, anhand der Anlage und ihres Notfallplans klären.
Ein Angebot sollte mehr als Meter pro Sekunde nennen
Zwei Angebote erst dann gegenüberstellen, wenn Nutzungsannahmen und Leistungsgrenzen verständlich sind. Ein höherer Nennwert kann weitere Auswirkungen auf Ausführung und Projektkosten haben. Welche Änderungen an Schacht, Antrieb, Steuerung und Türen nötig sind, konkret beschreiben lassen.
Wartezeit- und Komfortziele mit den angenommenen Betriebsbedingungen verbinden. Für Fahrt, Geräusche und Energieverbrauch jeweils eigene Daten beziehungsweise Nachweise verlangen. Ein Geschwindigkeits-Upgrade ist weder eine Schallschutz- noch eine Verfügbarkeitsgarantie.
Montage, Prüfungen, Unterlagen und Folgeleistungen im Auftrag berücksichtigen. Auch der Umgang mit späteren Nutzungsänderungen gehört in die Planung; eine Umnutzung kann die ursprünglichen Verkehrsannahmen verändern.
Unsere Dokumentprüfung kann fehlende Annahmen, widersprüchliche Nennwerte und unklare Leistungen als Rückfragen ordnen. Sie ersetzt keine Aufzugsplanung, Verkehrsberechnung, baurechtliche Beurteilung oder Abnahme und garantiert keine Ersparnis.
| Im Angebot | Deine konkrete Rückfrage |
|---|---|
| Produkt / Nennwerte | Welche Konfiguration mit welcher Geschwindigkeit ist tatsächlich enthalten? |
| Fahrweg / Haltestellen | Welche Ebenen und Strecken berücksichtigt der Plan? |
| Verkehrsberechnung | Welche Nutzer, Stoßzeiten und Kennzahlen liegen zugrunde? |
| Türen / Steuerung | Welche Ausführung und Abläufe sind vorgesehen? |
| Bestand / Bauarbeiten | Welche Anpassungen und Nebenarbeiten sind erforderlich? |
| Betrieb / Übergabe | Welche Prüfungen, Dokumente, Wartung und Störungsorganisation sind vereinbart? |
Häufige Fragen
Welche Geschwindigkeit braucht mein Wohnhausaufzug?
Das hängt von konkreter Nutzung, Fahrwegen und angebotener Anlage ab. Die genannten Produktwerte sind Beispiele und keine allgemeine Vorgabe.
Entspricht die Gesamtzeit einfach Strecke geteilt durch Geschwindigkeit?
Nein. Schon der Bewegungsanteil umfasst Beschleunigen und Bremsen. Warten, Türen, Personenwechsel und Zwischenhalte kommen hinzu.
Verdoppelt mehr Geschwindigkeit die Förderleistung?
Das folgt nicht automatisch. Verkehrsaufkommen, Kabinen, Türen und Steuerung müssen zusammen betrachtet werden.
Hält ein Außenaufzug immer auf halber Etage?
Nein. Die tatsächlichen Haltestellen und Wege prüfen. Ein verbleibender Treppenweg ist nicht automatisch ein stufenloser Wohnungszugang.
Ist das Zeitbeispiel eine Prognose für meine Anlage?
Nein. Die 82 und 73 Sekunden entstehen aus freien Annahmen und einer idealisierten Rechnung. Eine konkrete Simulation oder Messung wird dadurch nicht ersetzt.
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