Kinderzimmer: Richtiges Lüften für guten Schlaf

Bedeutung des Lüftungsverhaltens in Schlafzimmern von Kindern und Erwachsenen

Das richtige Wohnklima fördert nicht nur das Wohlbefinden, sondern bewahrt auch die Gesundheit der Bewohner. Instinktiv wissen wir durchaus um die Notwendigkeit möglichst reiner Atemluft. Nicht umsonst wird stickige, feuchte und merklich lange nicht mehr ausgetauschte Luft als unangenehm und mitunter sogar abstoßend empfunden.

Doch was unterscheidet eigentlich reine von unreiner Luft? Gibt es denn tatsächlich vollständig keimfreie Umgebungen in Haushalten, und falls ja, wären diese auch tatsächlich der menschlichen Gesundheit förderlich?

Wäre sie nicht. Ein vollständig keimfreies Milieu schadet der Gesundheit genauso, wie es den Körper belastet, wenn die Anzahl der organischen Partikel in der Luft zu hoch ist. Denn das menschliche Immunsystem kann nur dann leistungsfähig bleiben, wenn es regelmäßig stimuliert wird.

Auch in gut belüfteten Räumen, ja sogar im Freien, ist diese Reizung unserer Abwehrkräfte üblicherweise stets gewährleistet. Denn zahlreiche Organismen nutzen die Luftbewegungen, um sich zu verbreiten. Manche dieser vorwiegend aus Proteinen bestehenden Luftpartikel lösen bei empfindlichen Menschen Allergien aus, Pflanzenpollen gehören hier ebenso dazu wie Pilzsporen.

KinderzimmerLüftenSchimmel

Das Lüftungsverhalten in der Wohnung kann solchen Allergien jedoch nicht wirklich vorbeugen. Allergische Reaktionen müssen mit medizinischer Hilfe bekämpft werden, auch Heilpraktiker unterstützen betroffene Personen oft erfolgreich durch zahlreiche Therapiemöglichkeiten.

Doch manche Pilzsporen erzeugen mehr als nur Allergien. Sie belasten mitunter das gesamte Atmungssystem und können zusätzlich Vergiftungserscheinungen hervorrufen, was nicht selten zu langwierigen Erkrankungen führt. Potenziell gefährliche Pilzsporen, die über die Umgebungsluft in die Atemwege gelangen, gehören zu Schimmelpilzen der Gattung Aspergillus.

Die bekannteste Art ist der sogenannte Schwarzschimmel, der insbesondere in alten Gemäuern häufig einen geeigneten Nährboden findet. Aber auch Schimmelpilze, die in den Exkrementen der Hausstaubmilben gedeihen, können neben der Erzeugung von Allergien durch mögliche Toxine Gesundheitsschäden verursachen.

Allgemeine Sauberkeit und regelmäßiges Wechseln der Bettbezüge können dies zumindest eindämmen. Die Gefahr durch unliebsame Partikel in der Atemluft kommt jedoch meist nicht von außen, sondern entsteht erst innerhalb unserer Wohnräume.

Es gilt also stets dafür Sorge zu tragen, dass Schimmelpilze in unseren vier Wänden möglichst keine Bedingungen zur erfolgreichen Weiterentwicklung vorfinden. Daher muss insbesondere in Altbauten stets aktiv für ein Klima gesorgt werden, das möglichst schimmelpilzfeindlich ist.

Übrigens sind es nicht nur Schimmelpilze, sondern auch zahlreiche Bakterien, die sich durch Sporen in der Luft ausbreiten können. Allgemein kann davon ausgegangen werden, dass schädlicher Bakterienbefall in den Wohnräumen dort weitgehend unterbleibt, wo sich auch Schimmelpilze nicht wohlfühlen.

Auch Bakterien fühlen sich dort wohl, wo Schimmelpilze sich ansiedeln, d.h. dass sie auch dort weniger anzutreffen sind, wo Schimmelpilze keine Chance haben.

Da anorganisches Gemäuer entgegen mittelalterlicher Vorstellungen nicht imstande ist, organisches Leben zu produzieren, stellt sich die Frage, wie denn sonst Bakterien und Schimmelpilze an unseren Wänden und Fensterrahmen wachsen können.

Die Antwort liegt nach den vorherigen Schilderungen ja schon auf der Hand: Sporenbildner verbreiten sich generell durch die Luft und sind daher fast überall zugegen, auch im Wald oder Gebirge, dort also, wo wir die Atemluft als besonders wohltuend empfinden. So berichtet das Unternehmen enius für Ingenieur- und Laborleistungen auf seiner Webseite Folgendes über den Schwarzschimmelpilz Aspergillus niger: „… Er kommt weltweit im Erdboden vor. … Aspergillus niger kann die Schimmelpilzgifte … Oxalsäure und Kojisäure bilden.“ (http://www.schimmel-schimmelpilze.de/aspergillus-niger.html).

So gelangen die vielfältig schädlichen Pilzsporen also in Form natürlicher Luftbestandteile durch unsere Fenster ins Innere der Wohnung. Hierdurch entsteht jedoch noch keineswegs eine gesundheitliche Beeinträchtigung. Die tritt erst dann auf, wenn Schwarzschimmel und Co. auch einen Nährboden finden und sich großflächig ausbreiten können.

Nach einiger Zeit wird der Pilz nämlich dann damit beginnen, selbst neue Sporen in äußerst großer Zahl zu produzieren. Nun erst wird seine Anwesenheit zu einer ernsthaften Gesundheitsbedrohung für die Hausbewohner.

Um verstehen zu können, warum gerade die Schlafzimmer besonders gefährdet sind, durch schädliche Mikroorganismen zum neuen Lebensraum auserkoren zu werden, ist grundsätzlich zu klären, welcherlei Bedingungen Schimmelpilzen und Bakterien zum Wohlgedeihen gereichen.

Gute Bedingungen für Schimmel

  • wenig Luftaustausch
  • feuchte Luft/Wände
  • ausreichend Wärme

Möglichst warm und feucht sollte es sein, am wohlsten fühlen sie sich dabei, wenn möglichst wenig Luftventilation stattfindet. Die genannten Organismen, allen voran der Schwarzschimmel, sind abgesehen von diesen geschilderten Klimabedingungen äußerst genügsame Zeitgenossen.

Allgemeine Reinlichkeit schützt nicht grundsätzlich vor ihrem Befall. Es genügt dem Schwarzschimmel Aspergillus niger zum Beispiel ein feuchter Untergrund auf organischer Basis. Tapete ist hierfür hervorragend geeignet. Dauerhafte Wärme begünstigt dabei sein Wachstum zusätzlich.

Sie müssen also, und das gilt zunächst für alle Wohnräume, Feuchtigkeit und lange stehende Wärme durch regelmäßiges Lüften verhindern.
Ein besonderer Gefahrenbereich sind jedoch die Schlafzimmer.

Dabei mag es verwundern, dass der Unterschied zwischen Kinder- und Erwachsenenzimmern nicht allzu deutlich hervorgehoben werden muss. Zwar sind Kinder, insbesondere Kleinkinder, deutlich sensibler als Erwachsene, da ihr Immunsystem noch nicht voll ausgereift ist, sprich noch nicht die Zeit hatte, genügend Abwehrkräfte zu bilden.

Andererseits benötigen sie gerade den Umgang mit geringen Dosen von Verunreinigungen der Luft, um eben passende Antikörper entwickeln zu können. Schützen Sie daher Ihr Kinderzimmer etwas stärker als das eigene Schlafzimmer, vermeiden Sie aber nahezu sterile Bedingungen.

Schlafzimmer sind aus folgendem Grunde besonders gut und regelmäßig zu lüften: Abgesehen von Feuchtigkeit, die möglicherweise aus dem Gemäuer austritt, produzieren Sie selbst dort im Verlaufe Ihres langen nächtlichen Aufenthaltes Feuchtigkeit, die in die Raumluft übergeht.

Es handelt sich dabei um menschliche Ausdünstungen, die zum Beispiel in Form des Schwitzens Ergebnisse ganz normaler Stoffwechselfunktionen sind. Je mehr Personen sich in einem Raum aufhalten, desto höher ist die transpirierte Flüssigkeit, die häufig merklich das Klima im Zimmer beeinflusst. Das gilt selbstverständlich insbesondere für Kinderzimmer, die sich mehrere Geschwister zusammen teilen müssen.

Doch nicht allein wässrige Ausdünstungen entweichen der Haut während unserer Ruhephasen. Auch Körperwärme wird abgegeben. Dabei gilt, dass mehrere Personen im Zimmer die Raumtemperatur um einige Grad erhöhen können. Raumtemperatur und Feuchtigkeit beeinflussen dabei einander.

So löst eine höhere Raumtemperatur Nässe, die sich irgendwo niedergeschlagen hat, aus dem entsprechenden Untergrund heraus. Feuchte warme Luft steigt in die Höhe und birgt nun die Gefahr einer Kondensation.

Denn dort, wo warme auf kalte Umgebungsluft trifft, kondensiert die zuvor verdampfte Flüssigkeit. Dies geschieht besonders häufig entlang der Fenster. Sollten diese Bedingungen zum Dauerzustand werden, wären ideale Bedingungen für Schwarzschimmel gegeben.

Das Lüftverhalten sollte an die Bedürfnisse angepasst werden.

Daher muss regelmäßig gelüftet werden, um die feuchte Raumluft nach draußen gelangen zu lassen. Hierbei sind Häufigkeit und Intensität der Lüftungsvorgänge flexibel der jeweiligen Situation anzupassen. Insbesondere in der kalten Jahreszeit ist lange andauernder Luftaustausch jedoch nicht unbedingt notwendig.

Fachleute empfehlen stattdessen die sogenannte Querlüftung. Hierbei werden nur für wenige Minuten alle Fenster geöffnet und dann wieder verschlossen. Der Effekt reicht jedoch aus, um unerwünschte Feuchtigkeit nach außen dringen zu lassen.

Ein mehrmals am Tag durchgeführtes Querlüften genügt üblicherweise, um das Wachstum schädlicher Mikroorganismen, wie zum Beispiel Schimmelpilzen, in den Schlafzimmern dauerhaft zu unterbinden.

In Schlafzimmern ist abhängig von der Klimasituation manchmal auch ein nächtliches Dauerlüften zu empfehlen. Hierzu schreibt das baubiologische Büro des Dr. K. H. Eisenhardt aus Hamburg: „Nachts dauerlüften. Ein gutes Schlafzimmerfenster verfügt über ein ankippbares Teilfenster (eine „Klappe“).“

Dabei ist auch darauf zu achten, dass eine maximale Geschwindigkeit der Luftbewegungen nicht überschritten wird, und das soll auch nach Beendigung des Lüftungsvorganges gelten. Hierzu hält das baubiologische Büro folgendes fest: „Die maximale Luftbewegung … soll bei Raum-Standard-Temperatur … und geschlossenen Fenstern20 Zentimeter pro Sekunde keineswegs überschreiten …“ (http://www.guteorte.de/pdf/raumklima.pdf).

KinderzimmerLüftenSchimmel

Unterschiede zwischen Alt- und Neubau, die sich auch in Schlafzimmern bemerkbar machen

Wenn Sie in einem Altbau, auch dann, wenn er gut saniert ist, leben, sollten häufiger Lüftungen durchgeführt werden, als dies in modernen Gebäuden notwendig ist. Das ist mit der Neigung des alten Gemäuers zu begründen, Feuchtigkeit aufzunehmen und diese entlang der Hauswände bis hinein in die Wohnungen zu transportieren. Physikalische Effekte, wie beispielsweise der Kapillareffekt, verursachen dieses Phänomen dabei maßgeblich.

Warme Luft im Innern der Räume löst nun diese Feuchtigkeit aus dem Gemäuer heraus. Es besteht somit die schon beschriebene Gefahr der Kondensation, wobei dauerhaft niedergeschlagenes Wasser zu geeigneten Nährböden für Schimmelwachstum werden kann.

Dabei addiert sich diese Feuchtigkeit aus den Wänden in Schlafzimmern zu jener, die von den schlafenden Insassen ausgedünstet wird. Ein besonders hoher Wassergehalt der Luft kann die Folge sein.

Es klingt vielleicht paradox, doch es muss festgehalten werden, dass in solchen Fällen weniger Renovierung manchmal ein Plus bedeutet. Original erhaltene Altbaufenster, die meist als Doppelfenster ausgearbeitet sind, werden den klimatischen Bedingungen häufig weitaus besser gerecht als nachträglich eingebaute moderne Fensterscheiben.

Denn Letztere sind oft zu effizient abgedichtet, was sie von Altbaufenstern unterscheidet, die aufgrund ihrer Formgebung häufig auch im geschlossenen Zustand einen Luftaustausch ermöglichen.

Es gilt also, dass in Altbauzimmern mit modernen Fenstern eine erhöhte Gefahr des Schimmelwachstums besteht. Ein besonders regelmäßiges Lüften ist daher unter solchen Bedingungen dringend angeraten.

Es soll jedoch auch auf die Möglichkeit der Installation automatischer Belüftungsanlagen hingewiesen werden. Zur Verwendung in Privathaushalten erweisen sich diese jedoch häufig als unwirtschaftlich, weswegen meist das altmodische Öffnen und Schließen der Fenster zu bevorzugen ist.

Achten Sie in den Kinderzimmern jedoch darauf, dies in Abwesenheit des Nachwuchses umzusetzen, um diesen nicht einer erhöhten Erkältungsgefahr auszusetzen.