Gaskessel: Technik und Funktion

Gaskessel lagern das Gas im eigenen Heim und regeln die Betriebstemperatur bzw. die Nutzung des Gases und damit der Energie. Wie bei den meisten älteren Heizsystemen auch sind viele der noch vorhandenen Gaskessel veraltet und könnte durch moderne Alterativen ersetzt werden. Manche Kesselarten sind nicht mehr zeitgemäß, und neue Systeme werden zum Standard.

Wie funktioniert der Gaskessel technisch?

Die Funktionsweise des Gaskessels hat sich mit Blick auf die klassischen Heizkessel kaum gewandelt. Mit dem Energiestoff Gas wird ein Brenner betrieben, der die Trägerflüssigkeit, in den meisten Fällen Wasser, erhitzt und somit das Gebäude über ein Rohrsystem heizt. Je nach Art des Kessels, in dem der Prozess abläuft, liegt ein unterschiedlicher Wirkungsgrad vor.

Die entstehenden Temperaturen der Gase können bis zu 1.500 Grad betragen und die Wärmenutzung hängt unter anderem auch vom Material des Kessels ab. Besonders bewährt haben sich Kessel aus Gusseisen, die zudem besonders robust und langlebig sind.

GaskesselModelle

Welche Kessel existieren?

Die Gaskessel lassen sich in insgesamt drei Klassen einteilen, wobei die älteste Form, der Konstanttemperaturkessel, als völlig veraltet gilt und bei Neubauten oder Modernisierungen nicht mehr zum Einsatz kommt. Außerdem existiert der effizientere Niedrigtemperaturkessel sowie die Premiumvariante, der moderne Brennwertkessel.

Wie der Name vermuten lässt, arbeitet der Konstanttemperaturkessel durchgängig mit einer bestimmten Betriebstemperatur, die mindestens bei 70 Grad Celsius liegt. Aus heutiger Sicht ist die Funktionsweise, die außerdem hohe Rücklauftemperaturen mit einschloss, Energieverschwendung. Sie hatte jedoch aufgrund damals noch schlecht gedämmter Gebäude und sehr ineffizienten Heizkörpern ihre Berechtigung und auch Sinn.

Moderne Heizungssysteme und Gebäudedämmungen speichern Wärme deutlich effizienter und verteilen diese besser und schneller. Mit einem Wirkungsgrad von 70 bis 80 Prozent bei Ein- und Mehrfamilienhäusern werden die alten Konstanttemperaturkessel nicht mehr eingebaut.

Eine deutliche Steigerung in der Effektivität verspricht der Niedrigtemperaturkessel, der in Ein- und Mehrfamilienhaus einen Nutzungsgrad von 85 bis 90 Prozent erreicht. Diese Kessel arbeiten auf deutlich niedrigerem Niveau zwischen 35 Grad z. B. im Sommer und 75 Grad Celsius. Dies verringert nicht nur den Brennstoffbedarf deutlich, sondern verhindert außerdem nicht notwendige Kesselstarts.

Obwohl sich diese Kessel rentieren, empfiehlt sich vor allem für Neubauten dennoch die etwas teurere Investition, die aktuell modernste Variante der Gaskessel: Gas-Brennwertkessel. Diese sind so effektiv, das sie auch die entstehenden Abgase der Verbrennung mit nutzen und diese sozusagen nicht über den Schornstein verloren gehen.

Die so zusätzlich gewonnene Energie beträgt in etwa 10 Prozent, wodurch Wirkungsgrade von 100 Prozent und mehr möglich werden. Dies klingt zunächst verwirrend, ist jedoch physikalisch belegt. Damit ist auch der höhere Preis gerechtfertigt, da eine Amortisierung viel schneller vonstattengeht.

Den Kessel platzieren und Heizsysteme kombinieren

Der Gaskessel nimmt im Gebäude einen gewissen Raum ein. Dieser Raum war in den vergangenen Jahrzehnten meist im Keller vorhanden, aber auch im Garten, in Tanknähe konnten geschützte Kessel platziert werden. Heute ist neben dem Kessel auch das Dachgeschoss ein sehr günstiger Ort für den Kessel.

Der Weg der Abgase nach draußen ist hierbei verkürzt, allerdings sollte beim Kessel und dem gesamten System stets darauf geachtet werden, ob dieser in der jeweiligen Immobilie problemlos installiert werden kann. Moderne Brennwert-Kessel existieren dabei in vielen Varianten. Die neuen Gas-Brennwertkessel sind außerdem bestens geeignet, um mit grünen Energien kombiniert zu werden.

Wer auf die Sonnenenergie vertraut hat mit der Kombination von Solarthermieanlage und Gas-Brennwertkessel eine ideale und umweltfreundliche Lösung gefunden. Wer umweltfreundlich baut bzw. modernisiert, kann sich außerdem einige Finanzierungen sichern, um die entstehenden Kosten gering zu halten.

GasBrennheizwertSysteme

Kosten und Förderung

Die KfW zahlt bei einer Neuanschaffung eines Brennwertkessels ab 3.000 Euro satte 10 Prozent zurück. Diese Förderung geschieht im Rahmen des Programms 430 mit dem Titel: „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“. Wer sich dazu entscheidet, bei der Umbaumaßnahme auch eine Solarthermieanlage auf dem Dach des Hauses anzubringen, erhält weitere Zuschüsse.

Kommunen, die Brennwertkessel fördern (Auswahl)

  • Leipzig
  • Essen
  • Schwerin
  • Münster
  • Ansbach
  • Krefeld

Insgesamt 500 Euro werden bei dieser Doppelanschaffung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zugeschossen. Je nach Kommune erhalten Bauherren auch direkt vor Ort kleine Förderungen für ihre umweltfreundlichen Modernisierungen.

Eine Gasbrennwertheizung kostet bei einem Leistungsbereich von etwa 40 W zwischen 2.500 und 3.500 Euro. Mit einem etwas größeren Speicher, der nötig wird, wenn eine Kombination mit bspw. Solarenergie angedacht ist, steigen die Kosten auf 4.000 bis 5.000 Euro. Zu diesen Kosten können jedoch ne nach Gegebenheit weitere hinzu kommen.

Neben den Installationskosten durch den Fachmann, ist unter Umständen auch eine Sanierung von Schornstein und Abgassystem nötig. Auch Umwälzungspumpen sind ein eventueller Kostenfaktor, wodurch sich die Gesamtkosten auf 6.000 bis 8.000 Euro insgesamt erhöhen.