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Wohnungsnot in Großstädten
Nur drei Wochen vor der Bundestagswahl hatten sich Bauunternehmen und Gewerkschaften zusammengeschlossen und eine nicht unerhebliche Forderung an die Regierung gestellt. In den Ballungszentren drohe innerhalb der nächsten Jahre eine Wohnungsnot, so die Vertreter der beiden Verbände.
Alleine in 2008 seien gerade einmal 156.000 Wohnungen fertig gestellt worden, das sind laut Ansicht von Gewerkschaft und Organisationen der Bauwirtschaft gut 100.000 Wohnungen zu wenig.
Bis 2020 werde ein erheblicher Wohnungsmangel bestehen, sagen zumindest die Verbände voraus. Bis dahin werde die Zahl der Haushalte sich deutlich vermehren, ebenso steigt die Nachfrage nach mehr Wohnraum pro Bewohner. Diese Wünsche könnten jedoch nur befriedigt werden, wenn mehr Wohnungen gebaut werden.
Sowohl die Organisationen der Bauwirtschaft, als auch die Gewerkschaften distanzierten sich von dem Vorwurf, es ginge hier nur um den Eigennutz. Sie machten klar, dass jede weiter geplante und gebaute Wohnung drei Arbeitnehmern Beschäftigung sichere. Außerdem werden die Wohnungen für die Zukunft immer dringender gebraucht, insbesondere in den Ballungsgebieten, wie Berlin oder München, wo bereits heute Wohnungsknappheit herrscht.
Als Forderung stellten sie eine Vergünstigung für Investoren beim Bau von Mietwohnungen. Somit sollten die Abschreibungsmöglichkeiten verbessert werden. Dabei solle in den ersten fünf Jahren eine Abschreibung von vier Prozent möglich sein und nicht nur von zwei Prozent, wie es derzeit der Fall ist. Ab dem sechsten Jahr hingegen sollen dann noch zwei Prozent Abschreibung gewährleistet werden.
Ebenfalls wiesen die Verbände darauf hin, dass die Regierung zahlreiche Vorschläge zu energetischen Sparmaßnahmen macht. Dafür müssten zahllose Wohnungen aus den 1950er und 1960er Jahren saniert werden, ein Aufwand, der heute aber kaum noch lohne. Diese Wohnungen müssten vielmehr durch neue Wohnungen ersetzt werden, wobei direkt beim Bau neue energetische Maßnahmen berücksichtigt werden könnten.
Insgesamt sind von diesen Maßnahmen zwei Millionen Wohnungen in ganz Deutschland betroffen. Deren Sanierung zu finanzieren, gleiche einem Fass ohne Boden, so die Bauwirtschaft und die Gewerkschaften. Besser sei die Ersetzung durch Neubauten, die jedoch innerhalb der nächsten 20 Jahre entstehen müssten.
Autor: Haus & Büro
Tags:Mietwohnungen, Wohnung, Wohnungen