Wohnen in einer Wohngemeinschaft
Das Studentenleben in einer WG
Wohnen in einer WG ist weit mehr als nur Party`s, Poppen und Putzpläne. Hinter den beiden niedlichen Buchstaben „WG” verbergen sich eine Fülle von Aufgaben und Regeln, welche ein einigermaßen zwischenmenschliches Zusammenleben auf engstem Raum wirklich erst möglich und halbwegs erträglich machen.
Je mehr Leute beteiligt sind, sprich: in der WG leben, je größer wird der Stress. Es fängt schon damit an, die passenden Räumlichkeiten dafür zu finden. Was macht denn eine perfekte WG-Bude aus? Welche Wohnungsart wird benötigt? Perfekte Raumaufteilung, Altbau, Parkett… etc., dass wäre schon mal nicht schlecht für den Anfang. Dann die Lage der Wohnung. Laut oder leise, dicht an der Uni oder weiter weg, in der Innenstadt, wo was los ist oder etwas abgelegener?
Hast Du das halbwegs passende und völlig überteuerte Kompromiss-Domizil dann endlich gefunden, fehlen noch die Mitbewohner. Du nimmst Dir fest vor, jetzt läuft es besser als bei der Wohnungssuche. Am Ende wirst Du feststellen, bei den Interessenten war so ziemlich alles dabei. Tussy, 50-Jahre-Daddy, Barbie-Püppchen, Pauker, weihnachten-ist-dusch-bade-tag-Typ usw.
Jetzt kannst Du Dich entscheiden, den Plan von der eigenen WG durchzuziehen oder wieder zu verwerfen, sofern Du den Mietvertrag Deiner WG-Bude noch nicht voreilig unterzeichnet hast, denn dann bleibt Dir nur ein Weg: Augen zu und durch.
In diesem Fall mach Deinen Mitbewohnern sofort eindeutig klar, dass Du zwar der Begründer dieser WG bist, jedoch nicht der Herbergsvater! Du bist nicht allein für die WG-Planung, für die Lebensmittelbeschaffung, für die Müllbeseitigung, für die Reinigung und sonstigen Angelegenheiten verantwortlich. Natürlich hat der „Hauptmieter” eine größere Verantwortung gegenüber dem Vermieter als die übrigen WG-Bewohner. Du bist z.B. dafür verantwortlich, für die ausgezogenen WG-Mitglieder neue (passende) Mieter zu finden. Wenn Du hier bei Deiner Auswahl der Mitbewohner jedoch pfiffig bist, kannst Du eine gute harmonische WG-Gruppe zusammenstellen, in der Dir die Mitbewohner viele Tätigkeiten und Pflichten abnehmen und untereinander aufteilen.
Offenheit und Ehrlichkeit sind gefragt und auch etwas Pflichtbewusstsein, z.B. wenn es an die Erstellung und Einhaltung von Putz- und Ordnungsplänen geht.
Bei einer bestehenden WG, in der man nicht dringend auf einen fehlenden Nachmieter angewiesen ist, bietet sich eine Art Casting an. In einem der zahlreichen Internet-Portalen kannst Du Termine für ein Mitbewohner-Casting hinterlegen, an dem die Interessenten sich dann vorstellen können. Hier kannst Du vorab gleich einige Eigenschaften eintragen, welche die Interessenten unbedingt mitbringen sollten, um überhaupt eine Chance zu haben, in die WG aufgenommen zu werden.
Bei solchen Mitbewohner-Castings sind heutzutage aber nicht mehr die normalen Höflichkeitsfragen (wie heißt du, wo kommst du her, was studierst du usw.) vordergründig. Du wirst regelrecht ausgehorcht über deine Fähigkeiten beim Kochen, über deine Finanzen, deine Vorlieben, deinen Umgang und deine Freunde, deine Sauberkeitsrituale, deinen Musikgeschmack etc. Hier geht es oftmals in erster Linie nicht um Sympathie oder Zwischenmenschlichkeit sondern vielmehr um die Beschleunigung des Auswahlverfahrens. Immer mehr Studenten machen immer mehr schlechte Erfahrungen im „Kampf” um einen perfekten WG-Platz und müssen regelrechten „Psychoterror” über sich ergehen lassen.
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Autor: Heiko Erxleben
Tags: Studentenwohnung, Wohnen, Wohngemeinschaft, Wohnung
