Sicherheit für Haus und Wohnung
Wohnungseinbrüche
Viele Menschen glauben, Ihre Wohnung oder ihr Haus wären sicher bzw. unterschätzen den Wert ihres Besitzes. Doch diebische Profis finden fast immer einen Weg und können fast alles gebrauchen. Knapp neun von zehn Einbrüchen finden bei Abwesenheit der Bewohner statt. In der Urlaubszeit sind die Diebe besonders aktiv.
Denn dann haben Sie größere Chancen, ungestört zu „arbeiten”. Doch Sie können sich und Ihren Besitz nachhaltig und wirksam schützen. Oft genügen einfache Sicherungs- und Zusatzmaßnahmen, um den Langfingern ihr Handwerk zu erschweren, ohne großen technischen und finanziellen Aufwand. Schwachstellen am Haus sind z.B.:
- Kellerroste
- Nebeneingangstüren
- Fenster
- Terrassentüren
- Kellertüren
Etwa 75% der Einbrüche geschehen am Tage, bevorzugt zwischen 10.00 und 12.00 Uhr und ab 17.00 Uhr. Meist handelt es sich um Mehrfachtäter, seltener um organisierte Banden. Werden Sie auf frischer Tat ertappt, ergreifen sie eher die Flucht, als Gewalt anzuwenden. Doch Vorsicht, seien Sie nicht zu leichtsinnig! Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Täter suchen sich vor allem Wohnungen aus, von denen sie annehmen, dass niemand zu Hause ist.
In machen Fällen beobachten sie sogar einige Tage vorher das Umfeld. In neu gebauten Einfamilien- oder Reihenhaussiedlungen mangelt es oft noch an einer gewachsenen Nachbarschaft mit sozialer Kontrolle, hier ist das Risiko eines Einbruchs wesentlich höher. Aber auch die Erdgeschosswohnungen von Mehrfamilienhäusern sind gefährdet. In solchen Häusern wird oft an der Haustür geklingelt, irgendjemand macht dann meistens ohne groß zu fragen die Tür auf.
Sicherungen, Alarmanlagen, Kameras, (gute) Kameraattrappen, Bewegungsmelder mit Lampen und Scheinwerfern wirken abschreckend aber auch Schilder mit der Aufschrift „Vorsicht bissiger Hund” oder „Achtung wachsamer Nachbar” zeigen bereits eine gewisse Wirkung.
Kellerroste lassen sich durch Abhebesicherungen fest mit dem Mauerwerk verschrauben. Zur Sicherung einer Haus- oder Wohnungstür eignet sich z.B. ein Querriegelschloss zum nachrüsten, das Türblatt wird stabilisiert und zwei Riegel fixieren die Tür zusätzlich beidseitig mit dem Rahmen. Für Terrassentüren, Fenster oder Kellerfenster eignen sich u.a. zusätzliche Kastenschlösser, Stangenschlösser oder spezielle Gitter, die in die Laibung oder auf dem Fensterfries montiert werden.
Eine Alarmanlage dient der optischen und akustischen Einbruchmeldung und der Abschreckung. Heutzutage sind zahlreiche unterschiedliche Systeme erhältlich, welche auch per Funk sicher und zuverlässig funktionieren und somit eine aufwendige Verkabelung entfällt. Eine weitere Einbruchtechnik ist das gewaltsame Abbrechen des Schließzylinders. Wenn dieser an der Türaußenseite weiter als 3 mm heraussteht, lässt er sich kinderleicht mit einer einfachen Zange zerstören / abbrechen.
Egal welche Produkte, achten Sie beim Kauf immer auf das VdS-Logo. Damit kaufen Sie geprüfte Sicherheit. Diese Produkte widerstehen z.B. eine Mindestzeit mit der Einwirkung von Werkzeugen. Erfahrungsgemäß geben die meisten Täter auf, wenn sie länger als eine Minute für die Öffnung von Fenstern und Türen brauchen und dabei auf mechanischen Widerstand stoßen.
Wann zahlt die Versicherung? Grundsätzlich zahlt die Hausratversicherung bei einem Einbruchschaden mit Diebstahl, soweit man selber nicht fahrlässig oder grob fahrlässig gehandelt hat. Verlässt man zum Beispiel das Haus und zieht die Wohnungstür bzw. Haustür nur ins Schloss ohne abzuschließen, riskiert man den Versicherungsschutz. Auch in Abwesenheit angekippte Fenster im Erdgeschoss bezeichnet die Versicherung als grob fahrlässig und zahlt im Schadensfall nicht, auch dann nicht, wenn Sie sich in einem Raum des Hauses aufhalten und in einem anderen Raum das Fenster zum Lüften geöffnet haben und dort die Langfinger unbemerkt einsteigen. Juristisch spricht man hier nicht von Einbruch, sondern von Einschleichen. Also auf keinen Fall in den Abendstunden im Schlafzimmer das Fenster zum Lüften öffnen und im Wohnzimmer Fernsehen.
Rein vorsorglich ist es sinnvoll, sämtliche Wertgegenstände, teure Elektronik, wertvolle Bilder, Uhren und Schmuck, Foto- und Videoausrüstung etc. aufzulisten und ggf. die Seriennummern dazuzuschreiben. So haben Sie im Schadensfall sofort eine lückenlose Vergleichsmöglichkeit und einen Nachweis für die Versicherung und die Polizei. Heben Sie alle Kaufbelege gut auf und machen von den Gegenständen ein Foto. So können Sie Ihren gesamten Besitz zweifelsfrei Identifizieren.
Sollte es doch zu einem Einbruch kommen, so informieren Sie sofort die Polizei und verändern nichts am Tatort. Doch lassen Sie es erst garnicht dazu kommen, informieren Sie sich bei Verbraucherzentralen und Polizei, bevor es zu spät ist.
Autor: Heiko Erxleben
Tags:Einfamilienhaus, Haus, Versicherung, Wohnung, Wohnungen
