Richtig Heizen
Richtig Heizen mit einer Fußbodenheizung
Möglichst viel Heizkosten zu sparen, davon träumt jeder, gelingt jedoch nur, wenn Sie die Physik verstehen und akzeptieren, denn um die Naturgesetze kommen wir nun mal nicht herum.
Sie kennen es bestimmt auch: Ein Heizkörper an einer Wand soll ein ganzes Zimmer warm halten und wahrscheinlich befindet er sich direkt unter dem Fenster. Bis hier tatsächlich der ganze Raum beheizt ist, vergehen Stunden, und sobald man einmal vergisst die Türe zu schließen, ist der Raum innerhalb von wenigen Minuten wieder kalt. Ganz anders ist das mit einer Fußbodenheizung. Hier wird die Wärme gleichmäßig verteilt an den Raum abgegeben.
Von großem Vorteil ist, dass die Strahlungswärme der Fußbodenheizung direkt an den Menschen abgegeben wird. Bei einer normalen Heizung wird zuerst die Luft erwärmt und dann Ihr Körper. Der Nachteil ist hier, dass die Luft durch das Erhitzen umgewälzt und dabei Staub und Schmutz aufgewirbelt werden. Eine Fußbodenheizung ist hier sehr viel hygienischer. Die so genannte „trockene Heizungsluft” kann durch die gleichmäßige Strahlungswärme umgangen werden. Sie schonen dadurch eindeutig Ihre Gesundheit, denn die höhere relative Luftfeuchtigkeit kommt Ihren Atemwegen zugute. Vor allem für Hausstauballergiker ist diese Art des Heizens sehr angenehm.
Auch Feuchtigkeit und Schimmelpilze haben bei einer Fußbodenheizung wenig bzw. keine Chance mehr, denn die Wärme gelangt bis in die verwinkeltsten Ecken. So beugen Sie chronischen Erkrankungen, die durch Schimmel ausgelöst werden, vor. Trotzdem sollten aber auch hier größere Möbel und Schränke nicht direkt an den Wänden stehen. Die Zirkulation sollte besonders an den Außenwänden immer gewährleistet bleiben, um Schimmelbildung und Stockflecken an Wänden und Möbeln vorzubeugen.
Mit einer Fußbodenheizung schonen Sie nicht nur Ihre Gesundheit, sondern zusätzlich die Umwelt und Ihren Geldbeutel. Denn Sie sparen Energie. Das heiße Wasser einer „normalen” Heizung benötigt die doppelte Temperatur für dieselbe Wärmestrahlung. Durch eine Fußbodenheizung empfinden Sie die gleiche Wärme, obwohl sie um ca. 3°C geringer eingestellt ist, da die Wärme direkt in Ihren Körper fließt = Strahlungswärme. Sie erleben die gleiche Raumtemperatur bei einer geringeren Wärmeeinstellung. Und jedes Grad weniger verringert den Energieverbrauch.
Eine Raumtemperaturabsenkung um 1°C spart jährlich ca. 6% Heizkosten!
Folgende Raumlufttemperaturen sind normalerweise ausreichend:
Wohnräume: 19 bis 22 °C
Schlafräume: 15 bis 18 °C
Bad: 22 bis 24 °C
Eine Fußbodenheizung ist träge und reagiert nicht so schnell wie ein Heizkörper, da der gesamte Fußboden als Speichermedium und Heizfläche dient und somit komplett erwärmt werden muss. Es gibt Anwendungen, bei denen bereits nach 30 Minuten die gewünschte Temperatur erreicht ist, aber auch Fälle, in denen dieses erst wesentlich später eintritt. In den Übergangszeiten, wenn z.B. morgens und abends die Heizung den Fußboden erwärmt und am Tage die Frühlingssonne schon kräftig zum Fenster herein scheint, kann dieses dazu führen, dass sich der Raum kurzzeitig mehr als nötig erwärmt. Der Thermostatregler hat sich zwar schon lange abgeschaltet, aber die gespeicherte Wärme im Fußboden heizt noch nach und die Sonne erwärmt den Raum zusätzlich. Drehen Sie Ihre Fußbodenheizung nicht sofort drastisch nach unten! Sie müssen sich zunächst an Ihre Fußbodenheizung gewöhnen und einige Dinge selber austesten. Dieses kann einige Zeit dauern, gehen Sie geduldig, Schritt für Schritt vor. Die Technik Ihrer Heizung reagiert immer gleich, Tag für Tag. Sie jedoch empfinden immer etwas anders, im Winter anders als im Frühling, bei Sonnenschein anders als bei trübem Regenwetter. Auf keinen Fall sollten Sie dann ständig wild an Ihrem Raum-Thermostatregler herumdrehen! Die Heizungsanlagen sind meist so eingestellt, dass diese in der Nacht den Heizwert automatisch absenken. Bitte regeln Sie Ihre Heizungen immer nur millimeterweise nach oben oder unten, bis Sie die für Sie angenehmste Temperatur erreicht haben. Markieren Sie diese Stelle auf dem Regler, damit Sie diese sofort wieder finden, wenn der Regler einmal ungewollt versehentlich verstellt wird.
An manchen Raum-Thermostatreglern befindet sich ein kleiner Schalter, hiermit kann die Fußbodenheizung für den jeweiligen Raum komplett ausgeschaltet werden. Verfallen Sie aber bitte nicht dem Irrglauben, dass Sie diesen Schalter morgens oder nachmittags anschalten und abends wieder ausschalten können, um so Heizkosten zu sparen. Das Gegenteil ist dann der Fall, denn eine Fußbodenheizung reagiert träge. Wenn Sie nachmittags von der Arbeit nach Hause kommen und dann Ihre Heizung höher drehen bzw. anschalten, dauert es Stunden, bis diese sich erwärmt hat und Wärme ausstrahlt. Wenn Sie dann beim Zubettgehen Ihre Heizung wieder herunterdrehen bzw. ausschalten, dann strahlt der Fußboden die zuvor gespeicherte Wärme die ganze Nacht hindurch ab: nachts ist es warm und morgens wenn Sie aufstehen ist es kalt. Damit erreichen Sie genau das Gegenteil! Eine Fußbodenheizung ist eine Speicher- und Strahlungsheizung, eine solche muss ohne ständige Regelungen durchweg kontinuierlich laufen! Auch nachts darf diese nicht vollständig abgeschaltet, sondern lediglich abgesenkt werden, dieses übernimmt jedoch wie bereits erwähnt die Anlage selber voll automatisch.
Die Heizung also auf keinen Fall ganz runterdrehen oder ausschalten, bevor Sie aus dem Haus gehen! An einem kalten Tag kühlen Ihnen bereits nach ein paar Stunden Wände und Fußböden aus. Nach der Rückkehr müssen Sie umso kräftiger heizen und verschenken die erhoffte Ersparnis.
Innentüren zwischen unterschiedlich beheizten Räumen Ihrer Wohnung tags und nachts geschlossen halten. Das kalte Schlafzimmer niemals vom Wohnraum aus mitheizen, dies kann Schimmel zur Folge haben.
Auch während des täglichen mehrfachen Lüftens kann die Heizung nicht abgestellt werden, wie Sie es eventuell von herkömmlichen Heizkörpern gewöhnt sind.
Autor: Heiko Erxleben

