Welche Anforderungen müssen Wände im Wohnzimmer erfüllen?

Wände von Wohnräumen haben aus bautechnischer Sicht die Funktion der Raumabtrennung. Sie trennen das Wohnzimmer von der Diele oder von anderen Bereichen der Wohnung. Wände grenzen auf diese Weise die Fläche eines Raumes ab, die zum täglichen Aufenthalt zur Verfügung steht. Im serienmäßigen Wohnungsbau werden Wohnzimmerwände im neutralen Stil errichtet.

Ihre eigentliche Architektur und Nutzbarkeit erhalten sie erst durch den Innenausbau und ihre farbliche Gestaltung. Bei einer individuellen Bauweise, wie beispielsweise des eigenen Einfamilienhauses, können Sie bereits bei der Errichtung der Wohnzimmerwände die Weichen hinsichtlich der gewünschten Architektur stellen.

Im Baufachhandel und bei den Baumärkten finden Sie eine reichhaltige Auswahl von Baumaterialien, mit denen Sie Wohnzimmerwände beim Bau gestalten können. Sie finden aber auch Materialien, welche die neutral errichtete Wand zur architektonisch gelungenen Fläche werden lassen.

WohnzimmerWändeMaterial

Welche Formen von Wänden sind im Wohnungsbau üblich?

Im serienmäßigen Wohnungsbau ist der Baustoff Beton nach wie vor die preisgünstigste Bauform. Die Betonsegmente der „Platte“ werden im Betonwerk vorgefertigt und auf der Baustelle verbaut.
Der individuelle Wohnungsbau kennt für Wohnzimmerwände gleich mehrere Varianten. Als besonders funktionell haben sich Gasbetonsteine erwiesen, die mit sicheren Fugen mittels Gasbetonkleber aufgeschichtet werden.

Die klassischen Methoden erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit, die einzelnen Produkte werden dabei stets verbessert.

Die preiswerteste Bauform „Stein auf Stein“ ist der Hochlochziegel, der im Sprachgebrauch als Porotonziegel bekannt ist. Er wird mit Mörtelfugen verbaut und ist wie der Gasbetonstein in vielen verschiedenen Größen und Dicken erhältlich. Weit verbreitet ist auch die Verarbeitung von Kalksandsteinen für Wohnzimmerwände. Diese Steine werden ebenfalls mit Mörtelfugen verbaut.

Sie sind äußerst hart und eignen sich vor allem für statisch tragende Wohnzimmerwände. Bei einer Rekonstruktion, bei nachträglichen Veränderungen der Raumaufteilung sowie in Fertigteilhäusern werden Wohnzimmerwände auch aus Trockenbaumaterialien gefertigt. Diese Ständerwände werden ein- oder beidseitig mit Gipskartonplatten beplankt und deren Fugen werden hochwertig glatt verspachtelt.

Schallschutz ist eine der wichtigsten Funktionen der Wohnzimmerwände

Im Wohnzimmer ergeben sich im Verlauf seiner täglichen Nutzung die unterschiedlichsten Geräuscharten und Geräuschpegel. Hier läuft der Fernseher oder die Stereoanlage. Die Familienfeier ist mit einer lauten Geräuschkulisse verbunden und andererseits möchten Sie beispielsweise im Wohnzimmer auch Ihren Rückzugsbereich beim Lesen eines Buches haben.

Deshalb dürfen Geräusche weder aus dem Wohnzimmer nach außen dringen noch Geräusche von anderen Zimmern in den Wohnbereich eindringen. Zum Schallschutz von Wohnzimmerwänden gibt es DIN-Normen, die beim Neubau eingehalten beziehungsweise bei einer Rekonstruktion bei Bedarf nachgebessert werden müssen.

Geregelt sind diese Bestimmungen in der DIN 4109. Sie unterscheidet zwar nicht zwischen unterschiedlich genutzten Wohnräumen. Bildet das betreffende Wohnzimmer jedoch die Grenze zu einer Nachbarwohnung, bestehen erhöhte Anforderungen. Wohnzimmerwände werden dabei als horizontale Übertragungskonstruktionen für Luft- und Trittschallpegel betrachtet.

Dieser darf nicht mehr als R`w = 53 dB betragen. Bei Unklarheiten hilft eine Schallpegelmessung. Vermieter sind gesetzlich verpflichtet, beim Überschreiten dieses Pegels die Wohnzimmerwände nachzubessern. Im selbst genutzten Eigenheim liegt die Nachbesserung in Ihrem Ermessen. Nicht schallschutzgerechte Wände wirken sich jedoch bei einem Immobilienverkauf sehr negativ aus.

Welche Auswirkung haben die verwendeten Baustoffe auf den Schallschutz?

Die „Platte“ aus Betonfertigteilen gilt als besonders niedrig schallsicher. Hochwertige Wohngebäude aus Beton werden zwar mit speziellen Dichtungsbändern in den Fugen aufgebessert – besonders der Trittschall bleibt in Betonbauten trotzdem immer ein Problem. Wohnzimmerwände zu benachbarten Wohnungen werden zumeist doppelschalig errichtet.

Materialien

  • Gasbeton
  • Kalksandstein
  • Porotonziegel

Hierbei gelten nochmals erhöhte Anforderungen für Brandmauern, die zwei separat aneinandergereihte Gebäude in Brandabschnitte unterteilen. Gasbeton, Kalksandsteine und Porotonziegel besitzen sehr gute Schallschutzeigenschaften. Werden Wohnzimmerwände in der berechneten Stärke hergestellt, lässt sich der vorgeschriebene Pegel problemlos einhalten.

Trockenbauwände sind nur eingeschränkt schallschutztauglich. Sie benötigen zur Einhaltung des höchstzulässigen Schallpegels meist eine beiderseits doppelte Beplankung mit Gipskartonplatten sowie eine schallschluckende Innendämmung. Daraus ergibt sich jedoch häufig eine dumpfe Schallwirkung, die unangenehm wirken kann.

Nicht jede Wohnzimmerwand lässt sich problemlos bearbeiten

Selbst, wenn Wohnzimmerwände weder verkleidet noch mit Belägen verändert werden – früher oder später kommt der Zeitpunkt, um an ihnen etwas befestigen zu müssen. Beton und Kalksandstein stellen hier eine besondere Problematik dar. Einfach so einen Nagel für das Bild einzuschlagen gelingt Ihnen selbst mit einem hochwertigen Stahlnagel nicht. Sie sind immer darauf angewiesen, einen Dübel mittels Schlagbohrmaschine einzubringen.

In Stahlbeton gehen Sie dabei das Risiko ein, auf die Bewehrung zu stoßen und eine erneute Bohrung ist erforderlich. Andererseits ist die von manchen Herstellern angepriesene Klebetechnik für Bilderhaken und andere Dinge nur sehr eingeschränkt empfehlenswert. Weniger bekannt, aber höchst wirksam sind mit speziellem Kleber aufgebrachte Neodym-Magnete, deren Gegenpol auf der Rückseite des Bildes oder sonstigen Gegenstandes aufgeklebt oder geschraubt wird.

Gasbeton ist bei der Befestigung von Bildern und selbst von schwereren Gegenständen völlig unproblematisch. Für leichte Gegenstände schlagen Sie einen Nagel ein. Für schwere Gegenstände hingegen bohren Sie das Loch für einen Spreizdübel – wird passgenau und hält garantiert.

In Poroton ist diese Vorgehensweise etwas komplizierter, denn in den vielen Hohlräumen der Ziegel finden herkömmliche Spreizdübel keinen sicheren Halt. Verwenden Sie in diesem Fall spezielle Porotondübel.

Gipskartonwände dürfen nur eingeschränkt belastet werden. Ein Bild oder Kalender findet problemlos seinen Halt in einem spiralförmigen Gipskartondübel. Der Wandarm für einen großen Fernseher hingegen würde eine aufwendige Wandverstärkung erfordern.

Wie können Wohnzimmerwände gestaltet werden

Im üblichen Wohnungsbau sind Wohnzimmerwände verputzt oder, wie beschrieben, aus glatt gespachteltem Gipskarton errichtet worden. Diese Wände können entweder farbig gestrichen werden oder Sie tapezieren diese Wände. Außerdem können Sie gestrichene Wände zusätzlich mit einer Bordüre oder Stuckelementen aus Styropor verschönern. Zu all diesen Möglichkeiten ist jedoch eine äußerst sorgfältige Oberflächenbehandlung erforderlich.

Im Rohbau mag eine solche Wand völlig glatt aussehen – erst, nachdem Sie den Farbauftrag aufgebracht oder die Wand tapeziert haben, kommt jede Unebenheit zum Vorschein. Eine Wandfläche mit Dellen, eingearbeiteten Pinselhaaren oder eingetrockneten Farbresten aus dem Farbroller sieht sehr unschön aus.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Wohnzimmerwände zu verkleiden. Sie haben dabei einen äußerst großen Spielraum hinsichtlich ihrer Architektur. Eine Wandverkleidung mit Profilholz verleiht dem Wohnzimmer ein rustikales Ambiente. Wandpaneele hingegen erzeugen einen modernen Wohnstil.

Mit etwas Erfahrung im Heimwerkerbereich können Sie solche Wandverkleidungen mit zusätzlichen Einlegearbeiten ausstatten. Wichtig bei allen Wandverkleidungen ist, dass der Untergrund vorher völlig von eventuellen Schimmelbildungen befreit wird. Sie würden sich sonst zukünftig durch schlechte Gerüche und vor allem durch eine gesundheitsschädigende Kontaminierung der Raumluft bemerkbar machen.

WohnzimmerWändeGestaltung

Bauen Sie Ihre Wohnzimmerwände gleich im gewünschten Stil

Was im angemieteten Wohnraum selbstverständlich nicht möglich ist, kann Ihnen bei einem selbst genutzten Eigenheim eine völlig andere Möglichkeit der Wandgestaltung eröffnen. Wenn Sie und Ihre Familie Freunde eines rustikal gestalteten Wohnzimmers sind, können Sie komplette Wandflächen oder Teilbereiche gleich beim Bau mit Sichtmauerwerk errichten.

Die Kaminecke beispielsweise erhält einen völlig eigenständigen Charakter, wenn ihre umgebenden Wände aus sauber verfugtem Naturstein- oder Klinkermauerwerk bestehen. Diese Steine können Sie sowohl als Mauerziegel oder auch als sogenannte Verblender vom Baustoffhandel beziehen. Beachten Sie jedoch dabei, dass fertiges Mauerwerk immer eine endgültige Lösung darstellt.

Ändert sich später Ihr Raumempfinden, betreiben Sie einen hohen Aufwand, um diese Wände zu verkleiden. Bei geschickter Gestaltung sind Wohnzimmerwände nicht nur abtrennend, sondern architektonisch vielseitige Elemente der Raumgestaltung.