Leichte Möbel
High-Tech-Diät für Möbel
Möbel werden leichter. Schwere Spanplatten werden immer mehr durch Leichtbauplatten ersetzt, dass spart beim teuren Rohstoff Holz und auch beim Transport schwerer Möbelpakete bares Geld. Die so genannten Sandwich-Platten bestehen aus dünnen Decklagen und einer dazwischen liegenden Einlage aus kräftigen Papp-Waben.
Martin Stosch, Professor am Labor für Möbelbau der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo sagt: „Leichtbau ist derzeit der technologische Megatrend im Möbelbau, da schwere Plattenwerkstoffe bald nicht mehr in den benötigten Mengen lieferbar und bezahlbar sein werden”.
Seitdem Holz verstärkt als alternativer Brennstoff eingesetzt wird, sind die Preise für Holz und Vorprodukte für die Span- und Faserplattenproduktion erheblich gestiegen, was auch zu einer Kostenerhöhung bei der Möbelherstellung führte.
An einigen Landesgrenzen außerhalb der Europäischen Union werden Zölle nach Gewicht erhoben, hier haben leichteren Möbel einen erheblichen Vorteil. Auch bei den so genannten Mitnahmemöbeln werden immer mehr leichtere Möbel bevorzugt.
Die Möbelkette Ikea vertreibt bereits seit Ende der 70er Jahre mit ihrer Serie „Lack” erfolgreich leichte Möbel mit Wabenkern. Diese Möbel sind sehr leicht und stabil, dadurch wird der Transport vom Möbelhaus bis nach Hause und auch bei einem Umzug erleichtert.
Möbel aus Leichtbauplatten bedeutet aber nicht zwangsläufig billig, denn der Hersteller Poggenpohl entwickelte zusammen mit Porsche Design eine Luxusküche mit einer innovativen Korpuskonstruktion auf Basis einer Wabenplatte, diese kann je nach Ausstattung schon mal bis zu 100.000,- Euro kosten. Der Materialeinsatz wurde hier um 40 Prozent gesenkt und damit auch gleichzeitig das Gewicht reduziert.
Leichtbauplatten sind vielseitig einsetzbar, solide und lassen sich vom Handwerker wesentlich leichter bearbeiten als dicke schwere Holzplatten.
Autor: Heiko Erxleben