Search

Geld – Finanzkrise – Managergehälter

Millionen-Abfindung des Karl-Gerhard Eick

Karl-Gerhard Eick sollte den nahezu rettungslosen Fall Arcandor als spektakulärer Sanierer retten. Aber der bereits nach nur einem halben Jahr beendete er seinen “Feuerwehreinsatz” in dem insolventen Unternehmen und kassierte dafür ein unglaubliches Millionen-Gehalt.

Seine Gehaltsansprüche in Höhe von bis zu 15 Millionen Euro brachten ihm heftige Kritik, daraufhin reagierte Eick und kündigte an, ein Drittel von diesem Geld den Mitarbeitern von Arcandor zu spenden, um “soziale Härten abzufedern”, wie Eick sagt. Das erscheint bei rund 40.000 Mitarbeitern jedoch wie blanker Hohn, denn für jeden einzelnen Mitarbeiter würde das gerade mal 125 Euro bedeuten.

Eick selber hat im Gegensatz dazu einen ganz anderen Stundenlohn. Rechnet man die verbleibenden 10 Millionen Euro auf ein halbes Jahr Arbeitszeit, 20 Arbeitstage mit je 8 Stunden, so erhält man einen Stundenlohn von sage und schreibe: 10.416,66 Euro!

Karl-Gerhard Eick handelte mit den Gesellschaftern der Privatbank Sal. Oppenheim vor Beginn seiner Tätigkeit diese umstrittenen hohen Gehaltsansprüche aus. Sie waren dem 55-jährigen garantiert worden, auch dann, wenn sein Vertrag vorzeitig endet. Sal. Oppenheim ist neben Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz Großaktionär von Arcandor.

Der angebliche „Spitzen”-Manager arbeitete vorher bei der Telekom und verdiente dort ein ähnlich hohes Gehalt von 2,8 Millionen Euro im Jahr. Herr Eick versucht sich zu rechtfertigen: “Keiner hätte diese Aufgabe gemacht ohne eine entsprechende Absicherung. Es ist nichts anderes, als was ich bei meinem früheren Arbeitgeber verdient hätte.”

Eine drohende Insolvenz konnte Eick jedoch nicht abwenden. Nach sechs erfolglosen Monaten des „Spitzen”-Managers Karl-Gerhard Eick übernahm nun der Kölner Sanierungsexperte Klaus Hubert Görg bei den wichtigsten Gesellschaften des Handels- und Touristikriesen Arcandor als Insolvenzverwalter das Ruder. Bereits vor Amtsantritt von Herrn Eick hatte Görg die Zerschlagung des Konzerns in Aussicht gestellt und schmerzhafte Einschnitte für die 38.000 Mitarbeiter der Handelstöchter Karstadt und Primondo angekündigt.

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte dazu: “Dafür habe ich absolut kein Verständnis. Man muss überlegen, ob man dagegen was machen kann.” Sie kündigte an, über weitere Gehaltsgrenzen für Wirtschaftseliten nachzudenken.

Hans Michelbach, der Vorsitzende der CSU-Mittelstands-Union, kritisierte ebenfalls diese hohe Millionen-Abfindung: “Das ist völlig daneben. Es stellt das Leistungsprinzip auf den Kopf. Wir Mittelständler haben überhaupt kein Verständnis dafür, dass jemand für sechs Monate Erfolglosigkeit ein Erfolgshonorar für fünf volle Jahre erhält.”

Autor: Heiko Erxleben

Tags:

Beitrag schreiben

You must be logged in to post a comment.

Angebote