DSL
DSL - Informationen
DSL – Digital Subscriber Line, englisch für Digitaler Teilnehmeranschluss. Diese drei Buchstaben stehen für hohe Datenübertragungsraten über einfache Kupferleitungen. Hohe Übertragungsraten bedeutet in Zahlen ausgedrückt: bis zu 210 Mbit/s für einen DSL-Anschluss gegenüber bis zu 56 kbit/s für eine normale Telefonleitung und mit zwei gebündelten Kanälen 128 kbit/s für eine ISDN-Verbindung. Der DSL-Standart dient dazu, einen Breitband-Internetzugang über einen Internet-Zugangsserver zur Verfügung zu stellen. Dabei hängt die tatsächliche Internet-Übertragungsrate allerdings vom Internet-Zugangsserver ab.
Um DSL nutzen zu können, muss an der verlegten Teilnehmeranschlussleitung meist nichts geändert werden. Die DSL-Technik nutzt auf der bereits vorhandenen Kupferleitung des Telefonnetzes ein Frequenzband, welches oberhalb des für analoge Sprachtelefonie / ISDN genutzten Frequenzbereiches liegt. Dadurch können neben dem DSL auch gleichzeitig Fax, analoges Telefon oder ISDN genutzt werden. Dadurch steht die Internet-Verbindung wie eine Standleitung ständig zur Verfügung.
Der Unterschied zu einer herkömmlichen Internetverbindung über analoge Telefonanschlüsse besteht darin, dass ein weitaus größerer Frequenzbereich genutzt wird. Dieses ermöglicht zwar höhere Geschwindigkeiten, die Reichweite des Signals ist jedoch durch dieses große Frequenzband stark eingeschränkt. Die Signale müssen also zwischendurch weiterverarbeitet werden.
Das DSL-Modem des Kunden überträgt das analoge DSL-Signal aus der Wohnung über die Telefonleitung an die nur wenige Kilometer entfernte Vermittlungsstelle. Dort wandelt der DSL-Multiplexer dieses analoge Signal in ein digitales Signal um und sendet dieses dann über eine breitbandige Glasfaserverbindung in die Hauptleitung (Backbone) des Providers.
Das ADSL (Asymmetrisches DSL) besitzt eine hohe Datenrate aus dem Netz in Richtung Nutzer, auch Upstream genannt und eine niedrige Datenrate vom Nutzer in Richtung Internet, auch Downstream genannt. Die erste Technik, welche für den schnellen Internet-Zugang von Privatkunden installiert wurde.
Das SDSL (symmetrisches DSL) besitzt gleichhohe Datenraten für Sende- und Empfangsrichtung und kommt somit hauptsächlich für Geschäftskunden zum Einsatz, welche auch zum Versenden von Daten eine schnelle Verbindung benötigen, kann aber auch von Privatkunden erworben und genutzt werden. SDSL hat einen Vorteil, aufgrund seiner hohen Reichweite kann es auch von Kunden mit langen Anschlussleitungen, wie z.B. in nicht oder nur unzureichend versorgten Gebieten genutzt werden.
Im starken Konkurrenzkampf versuchen die meisten Anbieter in Deutschland seit Mitte 2006 die Kunden mit sogenannten Triple-Play-Komplettanschlusspaketen (VDSL, ADSL2+ und Bitstromzugang) zu werben. Dabei wird die Anschlussleitung für drei Dienste genutzt, für die Telefonie, für den Internet-Zugang und für Video / Fernsehen.
In den 1990er Jahren wurde in der Entstehungsphase in Deutschland die Bezeichnung DSL zunächst als Synonym für einen breitbandigen Internetzugang über ADSL bekannt. Dadurch werden inzwischen auch andere breitbandige Internetzugänge, wie zum Beispiel über das Fernsehkabelnetz oder Satellit, als „DSL” vermarktet. Seit Ende 2005 ist das ADSL2+ neu auf dem Markt, mit derzeit 25 Mbit/s. Seit Ende 2006 wird VDSL / VDSL2 angeboten, mit Datenraten von bis zu 100 Mbit/s. In den Ballungszentren wird dazu ein hybrides Zugangsnetz neu aufgebaut.
Rund 18 Millionen Haushalte hatten im September 2007 einen DSL-Anschluss und bis Ende 2010 soll die Anzahl der DSL-Anschlüsse in Deutschland auf über 21 Millionen ansteigen. Doch leider ist nicht jede Telefonleitung DSL-fähig. Die Interessengemeinschaft „kein-DSL.de” stellte im April 2008 einen deutschlandweiten sogenannten Schmalbandatlas vor, der den Bedarf an funktionierenden DSL-Übertragungsleitungen abbildet. Dort können der Breitbandbedarf und die Bandbreitenwünsche eingetragen werden, um damit den bedarfsgerechten Ausbau zu ermitteln und zu unterstützen. In den neuen Bundesländern wurde das Kommunikationsnetz nach der Wende großflächig mit passiver Glasfaser (OPAL) ausgebaut, dieses beeinträchtigt die Installation von DSL. In einigen Ballungsräumen wie Berlin, Leipzig, Magdeburg etc. werden inzwischen Outdoor-DSLAMs zur Versorgung installiert. In anderen Orten werden zusätzlich zu den Glasfaserkabeln neue Kupferleitungen verlegt.
In Gebieten mit DSL-Versorgungslücken setzt die Deutsche Telekom in den letzten Jahren auf eine graduelle Ausweitung der Reichweite ihrer schmalbandigen ADSL-over-ISDN-Variante mit fixen Datenraten von 384 kbit/s im Downstream und 64 kbit/s im Upstream, das sogenannte „Dorf-DSL” oder „DSL-Light”. Die Variante mit den Outdoor-DSLAMs kann aus Kostengründen nur installiert werden, wenn mehrere hundert Teilnehmer gleichzeitig erschlossen werden können. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa sind DSL und drahtgebundene Alternativen nicht flächendeckend verfügbar, deswegen steigt das Interesse an alternativen Zugangsarten, z. B. Internetzugang über Satellit, per Wi-Fi oder mittels Mobilfunk-Paketdatendiensten (HSDPA, UMTS, EDGE).
Die Internet Service Provider (ISP) gehen immer mehr dazu über, ihre Produkte als Komplettangebote (DSL-Pakete) anzubieten, daher bürgerte sich auch der Begriff DSL-Tarif für die Bezifferung Kosten von DSL-Angeboten zunehmend ein. Dieser Tarif bezeichnet jedoch alle möglichen Formen, wie zum Beispiel den DSL-Zeittarif, den DSL-Volumentarif und die DSL-Flatrate. Durch den mittlerweile stark gefallenen Festpreis etabliert sich die DSL-Flatrate wegen ihrer uneingeschränkten Nutzungsmöglichkeit immer mehr als Standard. Dazu werden meist Komplettangebote, bestehend aus Telefonanschluss, DSL-Anschluss und Flatrate sowohl für Festnetz-Telefonie als auch den DSL-Zugang angeboten. Nach dem Vertragsabschluss werden dem Kunden ein DSL-Modem und eventuell ein Router meist kostenlos zur Verfügung gestellt.
DSL-Arten:
- ADSL – Asymmetric Digital Subscriber Line, eine asymmetrische Datenübertragungstechnologie, 8 Mbit/s Downstream und 1 Mbit/s Upstream
- ADSL2+ – eine erweiterte Form von ADSL mit Datenübertragungsraten von bis zu 25 Mbit/s Downstream und bis zu 3,5 Mbit/s Upstream, die Geschwindigkeit wird dynamisch ausgehandelt
- HDSL – High Data Rate Digital Subscriber Line, eine symmetrische Datenübertragungstechnik mit Datenübertragungsraten zwischen 1,54 und 2,04 Mbit/s
- SDSL (G.SHDSL) – Symmetrical Digital Subscriber Line, eine symmetrische Datenübertragungstechnologie mit Datenübertragungsraten von bis zu 3 Mbit/s symmetrisch, das heißt sowohl in Empfangs- wie in Senderichtung; bei vieradriger Anschaltung (zwei Kupfer-Doppeladern) können maximal 4 Mbit/s übertragen werden.
- VDSL bzw. VDSL2 - Very High Data Rate Digital Subscriber Line, eine Datenübertragungstechnologie, die theoretisch Datenübertragungsraten von bis zu 210 Mbit/s im symmetrischen Betrieb bietet.
- UADSL – Universal Asymmetric Digital Subscriber Line
Andere als „DSL” bezeichnete Verfahren:
- ISDN Digital Subscriber Line verwendet vorhandene ISDN-Technik, 160 kbit/s
- cableDSL – Markenname der TELES AG für einen speziellen Internetzugang über Kabelanschluss
- skyDSL – Markenname der TELES AG für einen europaweit flächendeckend verfügbaren Internetzugang über Satellit mit bis zu 24 Mbit/s im Downstream
- T-DSL via Satellit – Markenname der Deutschen Telekom für einen Internetzugang über Satellit. Hier wird der Empfang über den Satelliten ermöglicht, zum Senden wird ein herkömmliches Modem oder eine ISDN-Verbindung benutzt.
- Wireless Digital Subscriber Line (WDSL) durch Funk-Technik mögliche Datenraten von bis zu 512 Mbit/s.
- mvoxDSL – Markenname für ein Internet über Funk (Firma mvox AG)
- FlyingDSL – Markenname für ein Internet über Funk (Angebot der Firma Televersa online)
- PortableDSL – Markenname für Internet über Funk (Angebot der Firmen isomedia und Airdata)
- AvioDSL – Markenname für Internet über Funk (Angebot der Firma overturn technologies GmbH)
- smart-DSL – Markenname für Internet über Funk (Angebot der Firma smartup solutions GmbH)
Für die Verfügbarkeit von DSL ist eine geringe Dämpfung der Teilnehmer-Anschlussleitung (gemessen in dB) notwendig, je weiter ein Teilnehmer von der Vermittlungsstelle entfernt ist, desto niedriger ist die maximal erzielbare Datenübertragungsrate.
Autor: Heiko Erxleben


