DSL-Versorgung
Fehlende DSL-Versorgung trägt zum Dörfersterben bei.
Außerhalb großer Ballungszentren lässt die DSL-Versorgung sehr zu Wünschen übrig. In sehr vielen Dörfern ist eine DSL-Nutzung nicht möglich und eine Änderung dieses unbefriedigenden Zustandes ist nicht in Sicht. Dabei gibt es auch gerade in solchen kleinen und abgelegenen Regionen genügend Interessenten, die einen schnellen Internetzugang sofort und dauerhaft nutzen würden.
Offensichtlich ist das jedoch für die Telekom nicht kostendeckend genug. Einige Gemeinden haben von der Telekom ein Angebot bekommen, sich mit hohen Kosten am Netzausbau zu beteiligen. Dafür hat jedoch keine kleine Gemeinde das nötige Geld in der Kasse. Die Telekom begründet Ihre Handlungsweise unter anderem auch damit, dass in bereits erschlossenen Gebieten teilweise zu wenig DSL-Nutzer angemeldet sind und überträgt diese vereinzelten Erfahrungen dann auf die noch nicht erschlossenen Gebiete. Was also heißt: Weil in einigen Regionen, in denen es möglich ist, nicht genügend DSL-Verträge abgeschlossen werden, bekommen weitere unterversorgte Problemgebiete erst gar keinen Anschluss! Das empfinden nicht nur langjährige Telekomkunden als blanken Zynismus.
Gerade bei jungen Menschen und beruflich Selbständigen ist eine ausreichend schnelle Internetverbindung von großer Bedeutung. Fehlt diese, ist das ein nicht unerheblicher Grund für ein unattraktives Wohnen außerhalb der großen Ballungszentren und trägt mit zum Dörfersterben bei. Denn wer will denn schon gerne freiwillig als junger Mensch kommunikationstechnisch in der Steinzeit leben?
Die Ausreden, es wäre zu teuer, die Technologie umzubauen bzw. auszubauen, erscheinen in Anbetracht anderer Millionenausgaben der Telekom eher fadenscheinig. Denn gleichzeitig wird bei bereits mit Hochleistungs-DSL ausgestatteten Kunden durch erhebliche finanzielle Mittel und den nötigen Umbaumaßnahmen noch mehr Bandbreite zur Verfügung gestellt. Und auch die Werbemillionen der Telekom könnten nach Ansicht vieler betroffener Bewohner noch nicht versorgter Gebiete, wesentlich sinnvoller eingesetzt werden.
Auch die Bundes- und Landespolitik muss sich hier den Vorwurf von unentschlossenem Handeln gefallen lassen. Aus Sicht der betroffenen Bürger wird oft alles endlos geprüft und totdiskutiert. Sie befürchten, dass die Absicht, im Rahmen des zweiten deutschen Konjunkturpaketes die Breitbandversorgung auf dem Lande flächendeckend zu gestalten, nur eine Floskel bleibt, denn es gibt dazu bisher keinerlei konkrete Pläne. Die Betroffenen haben das Gefühl, nicht nur vom großen DSL-Anbieter, sondern auch von den Politikern allein gelassen zu werden.
Autor: Heiko Erxleben
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