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Die Finanzwirtschaft der Welt



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AAA – Rating für die Finanzwirtschaft der Welt!

Die größte Bürgschaft aller Zeiten! Wenn der deutsche Staat seinen Bürgern einen Komplettschutz für seine Einlagen bei den Banken in Höhe einer Bürgschaft von weit über 1000 Milliarden Euro gibt, dann scheint es ja wirklich sehr hart zu kommen.

Die angeschlagene Hypo Real Estate soll vom Finanzsektor einen 15 Milliarden Euro Liquiditäts-Kredit erhalten, zusätzlich zu den 35 Milliarden, welche von der Deutschen Bundesbank bereitgestellt wurden.

Warum in aller Welt sollen die von den Bürgern hart erarbeiteten Steuergelder dafür „verschwendet” werden, habgierige Banker und Aktionäre vor einer drohenden Pleite zu retten? Weil es momentan darum geht, was für die normalen Bürger und Sparer die beste Lösung ist. Mit dieser „besten Lösung” wird jedoch zwangsläufig auch wieder den Verursachern, den überbezahlten arroganten Finanzleuten, welche dieses Chaos erst heraufbeschworen haben, aus der Klemme geholfen. Obwohl sich zur Zeit eine verführerische Situation darstellt, die großen Geldhäuser mit ihren habgierigen Drahtziehern eine endgültige Lektion zu erteilen und einfach pleitegehen zu lassen.

Hypo Real Estate (HRE) hätte mit einer Pleite den Markt schwer gestört und unabsehbaren Folgen für die deutsche Wirtschaft gehabt. Wer zu groß ist, darf nicht versagen! Egal ob er in der Zeit vor dem Crash falsch oder richtig handelte. Wir erinnern uns an die Pleite des größten deutschen Bauunternehmens, der Philipp Holzmann AG. Auch hier wurde 1999 durch Mitwirkung der Regierung und des damaligen Bundeskanzlers Schröder ein Rettungspaket in Milliardenhöhe geschnürt.

Trotz aller nötigen Rettungsaktionen bleibt die Frage, warum eigentlich der Staat immer die Feuerwehr spielen muss? Warum wird nicht die Branche selbst für Ihre kranken Mitglieder und schwarzen Schafe zur Rechenschaft gezogen? Man muss doch die Bankaktionäre nicht bedauern, wenn Ihre Renditen etwas schrumpfen. Weil in einer Notsituation niemand das Allgemeinwohl übernehmen will, muss die Regierung einfach eingreifen. Der Notarzt kommt ja auch zu jemandem, der seine Krankenbeiträge nicht gezahlt hat und die Feuerwehr löscht auch, selbst wenn der Hauseigentümer keine Steuern gezahlt hat. Es ist nur wichtig, dass der Regierung eine Macht gegeben wird, die Verantwortlichen der Branche im Nachhinein zur Rechenschaft zu ziehen und sich die entstandenen Kosten von der gesamten beteiligten Branche zurückzuholen! Ein starker Staat muss oberhalb der Wirtschaft und deren Wirtschaftsbossen stehen. Stattdessen ist es aber umgekehrt, zum Beispiel zwingt zur Zeit die Wall Street der Welt ihre Regeln auf.

Der Finanzmarkt wird reagiert vom rein ökonomischen Handeln und Denken ohne jegliche Gefühle. Plötzlich in einer große Krise regieren jedoch die Gefühle, wie Angst, Hass, Panik, Gier usw.! Der Finanzmarkt spielt verrückt!  Beispielsweise auch als der Internet-Boom der 90er im Jahre 2000 in einem Crash endete. Am Anfang einer Krise steht immer die Gier. Die Gier nicht nur bei den großen Unternehmen, den Managern mit ihren unvorstellbaren Supergehältern, bei den Bankern und Börsenmaklern sondern auch bei den kleinen Anlegern. Die Kurse steigen, die Medien euphorisieren einen wundersamen Aufschwung. Die Menschen glauben den Medien und drängen an die Börse, was die Kurse weiter steigen lässt. Die Banken gehen freizügig mit Geld um und geben leichtfertig hohe Kredite aus. Die Wirtschaft reagiert und kommt in „Schwung”. Die Medien beobachten dieses, sehen sich in ihrer Berichterstattung bestätigt und berichten fleißig weiter über steigende Kurse und einen (vermeintlichen) großen Aufschwung. Die Blase wird größer und größer und platzt schließlich durch die Angst der Menschen, ihre schnellen Gewinne wieder verlieren zu können. Aus der Angst wird Panik und der Absturz verläuft oft schneller als der Aufstieg. Jetzt muss der einzig solide und stabile Retter, der Staat, die maroden Spekulanten und toten Banken auslösen, um eine Weltwirtschaftskrise (30er Jahre) zu verhindern. Denn dann wären die Verluste für den Staat weit größer. Aus diesem Grund warnen Josef Ackermann und Peer Steinbrück auch nicht vor einem drohenden Bankencrash in Deutschland. Eine Panik hätte verheerende Folgen.

Wenn Bundespräsident Köhler den Banken blamables Versagen vorwürft, sollte er sich da nicht erst einmal selber im Spiegel betrachten? Er und seine Mitstreiter, welche vom Lohn, über den Umweltschutz, bis hin zur Rente alles privatisieren und an die (wie man immer wieder sieht) völlig unberechenbaren Aktienmärkte koppeln wollen! Nachdem die „Heuschrecken” jahrelang gewütet, gezockt und (ver)spekuliert haben folgt nun der Niedergang einer ganzen Branche. Hertie, Siemens, BenQ, Agfa, Hugo Boss, Pro Sieben Sat.1, Daimler, wer kennt Sie nicht. Finanzinvestoren steigen als „lautlose Firmenjäger” in Unternehmen ein. Auf deren goldenen Versprechen hin geben die Banken (von der Gier gepackt) großzügige Kredite aus, obwohl Sie dieses blinde Kaufen genau erkennen. Mit Sicherheit kennt jeder einige der großen Namen wie Hypo Real Estate, Fortis, Citigroup, Bank of America, Lehman Brothers, Merrill Lynch, Dresdner Bank, IKB, West LB, Deutsche Bank, BayernLB, HSH Nordbank, Morgan Stanley, Washington Mutual, Wachovia, Bradford & Bingley, HSBC Bank, Fannie Mae und Freddie Mac, UBS, Northern Rock, UniCredit, Bear Stearns, JP Morgan, Société Générale, Crédit Suisse, Crédit Agricole, etc.

Immer neue Strategien der Finanzexperten mit immer neuen bisher ungeahnten Extremen. Die „Heuschrecken” sterben nicht aus, sie kommen immer wieder, soviel steht fest. Momentan haben diese lediglich eine kurze Ruhepause eingelegt. Sollten Sie in den nächsten Tagen einige Menschen auf dem Rand des Daches Ihrer Bank stehen sehen, haben Sie keine Angst. Es ist nicht der Vorstand, welcher sich vor lauter Verzweiflung und einem schlechten Gewissen in die Tiefe stürzen will. Es werden wie regelmäßig die Gebäudereiniger Ihrer Hausbank sein.

Was meinen Sie zum Thema Finanzkrise? Haben Sie ähnliche oder andere Erfahrungen? Dann schreiben Sie hier in diesem Blog dazu Ihre Antwort oder Ihre Fragen.

Autor: Heiko Erxleben

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Veröffentlicht in Allgemein.

1 Kommentar

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Ein Kommentar

  1. Schmider Okt 26th 2008

    Der Staat als Anstifter und Schrittmacher!

    Im Lande des »Raubtierkapitalismus« stand am Anfang der Tragödie die staatlich verordnete Aufblähung der Nachfrage nach Wohneigentum. In Deutschland „soziale Gerechtigkeit“ und in Amerika „a nation of homeowners“ genannt., Ökonomie-Professor Russell Roberts rechnet vor, dass sich zwischen 1997 und 2005 der Durchschnittspreis eines Einfamilienhauses mehr als verdoppelt habe. Grund dafür: Weil der Staat von 1992 an die öffentlich abgesicherten Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac dazu anhielt, mehr Hypotheken für die Ärmeren zu finanzieren. Dadurch stieg bis 2005 die Quote auf 52 Prozent. Bis dahin hatten Freddie und Fannie mehrere Hundertmilliarden abgesichert, darunter sehr viele Hypotheken von Schuldnern ohne Bonität, die nicht mehr als zehn Prozent des Kaufpreises hinblättern mussten!

    Jimmy Carters Community Reinvestment Act von 1997 tat Gleiches den normalen Banken an: Mehr Darlehen für „Schlechtergestellte“, also Risikoschuldner. Das war sozialer Wohnungsbau, der die Staatskasse nicht belastete.

    Dritter wohlgemeinter Zockerfaktor: Um Wohneigentum zu fördern, haftet ein US-Schuldner nur mit dem Häuschen, nicht mit dem Gesamtvermögen. Das fördert nicht Umsicht, sondern Leichtsinn.

    Und letztendlich bedurfte es noch einer weiteren staatlichen Wohltat, um die Zockerei überhaupt zu ermöglichen: billiges Geld. Im Jahre 2002 senkte daher die Zentralbank die (Interbank-)Zinsen auf zwei Prozent und 2003 sogar auf ein 40-Jahres-Tief von 1,25 Prozent. Die Preise für Häuser und Wohnungen stiegen und stiegen, die Pleite-Gefahr fiel und fiel, die Einsätze schossen in die Höhe. Und jeder sahnte gern ab, von Lehman bis zu den Landesbanken.

    Und die Moral der Geschichte: Eine freundliche Sozialpolitik ist nicht immer eine kluge Wirtschaftspolitik, und schon gar nicht fördert sie kluges Einzelverhalten bei Reich und Arm. Der Staat war bei dieser Blase der wohlmeinende Anstifter, warum betrachten wir ihn dann als Heilsbringer?

    In Amerika überwachen acht Bundesagenturen sowie die einzelnen Staaten die Finanzmärkte! Was machen die eigentlich den ganzen Tag: Schlafen?

    Freuen wir uns auf die nächste Blase.


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