Baufinanzierung
Baufinanzierung mit einem Festdarlehen?
Eine Baufinanzierung für ein Haus oder eine Wohnung ist auch mit einem Festdarlehen möglich, jedoch nicht mit der Festzinshypothek zu verwechseln. Beim Festdarlehen werden während der Laufzeit nur die Zinsen gezahlt, die Tilgung des Darlehens erfolgt zu einem bestimmten Zeitpunkt, am Ende der Laufzeit, in einer Summe.
Dabei lassen sich die Banken die Tilgung des Festdarlehens natürlich auch entsprechend absichern. Als Sicherheit dient zumeist eine Lebensversicherung, die zeitgleich mit dem Festdarlehen abgeschlossen werden muss. Die Lebensversicherung und das Darlehen weisen dieselbe Laufzeit aus. Kommt die Lebensversicherung also zum Ende der Laufzeit zur Auszahlung, wird das hier ausgezahlte Kapital zur Tilgung des Darlehens eingesetzt.
Häufig wird das Festdarlehen eingesetzt, wenn Immobilien gekauft werden, die der Vermietung dienen. Der Vermieter kann die Zinsaufwendungen für das Darlehen steuerlich geltend machen, der Selbstnutzer hingegen hat diese Möglichkeit nicht. Für den Vermieter ergibt sich bei Abschluss des Festdarlehens der Vorteil, dass die monatliche Belastung aufgrund der Zinszahlung und der Beiträge zur Lebensversicherung gleich hoch bleiben. Allerdings sollte dafür eine Zinsfestschreibung für die gesamte Laufzeit des Darlehens vereinbart werden.
Eines der Risiken beim Festdarlehen besteht darin, dass die Lebensversicherung die prognostizierten Erträge zum Ende der Laufzeit nicht erreicht. In diesem Fall muss der Darlehensnehmer die Differenz zum Darlehensbetrag, der getilgt werden muss, selbst tragen. Im Umkehrschluss ergibt sich jedoch die Chance, dass die erwirtschafteten Überschussanteile der Lebensversicherung höher ausfallen, als angenommen. Das zusätzliche Kapital steht dem Darlehensnehmer dann zur freien Verfügung.
Möglich ist der Abschluss eines Festdarlehens natürlich ebenfalls mit einem Fondssparplan oder einem Bausparvertrag. Welche genauen Varianten überhaupt in Frage kommen, kann am besten der Steuerberater erklären. Er kann ebenfalls aufzeigen, welche Variante des Festdarlehens für den Einzelnen in Betracht kommt und sich steuerlich am besten auswirken wird.
Die möglichen Zinsfestschreibungen sind beim Festdarlehen, genauso wie bei anderen Darlehen, zwischen fünf und 25 Jahren gegeben. Dabei ist es wichtig, dass man während der ersten zehn Jahre der Laufzeit kaum eine Chance auf eine Teilkündigung und eine entsprechende Sondertilgung hat. Variabel verzinste Festdarlehen bergen dagegen immer das Risiko explodierender Zinssätze und einer immensen monatlichen Belastung.
Autor: Haus & Büro