20 Millionen für Zumwinkel
Arbeiter haben Angst – Manager haben Geld!
Der einfache Arbeiter und die kleinen Leute haben täglich Angst um ihren Arbeitsplatz. Sie machen unbezahlte Überstunden, verzichten auf Weihnachtsgeld und Zuschüsse, arbeiten länger und härter, nehmen ein geringeres Gehalt in Kauf, verzichteten auf Lohnerhöhungen und vieles andere mehr, nur um ihren Arbeitsplatz als Existenzgrundlage nicht zu verlieren.
Mächtige Politiker und einflussreiche Manager jedoch lassen sich immer wieder mehrstellige Millionenbeträge als Gehalt, Provision, Abfindung oder Rente völlig ungeniert auszahlen. In diesem Zusammenhang ist es auch wenig verwunderlich, dass es auf harte Kritik stößt, wenn sich der wegen Steuerhinterziehung verurteilte Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel eine 20-Millionen-Euro-Pension auszahlen lässt.
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CDU) sagte der „Bild am Sonntag” dazu: „Das ist ein absoluter Skandal. Solche Leute machen die soziale Marktwirtschaft kaputt. Die kleinen Leute zittern um ihren Arbeitsplatz und verzichten auf Gehalt, und Herr Zumwinkel stopft sich die Taschen voll. Für die Zukunft rate er allen Unternehmen, die Arbeitsverträge mit Top-Managern so zu fassen, dass “verurteilte Straftäter nicht im Nachhinein noch Kasse machen können”.
Der Generalsekretär Hubertus Heil (SPD) sagte der Zeitung: „Dieses Verhalten ist eine Unverschämtheit gegenüber allen in unserem Land, die hart arbeiten, ehrlich Steuern zahlen und sich an die Regeln halten”.
Carin Hinsinger, Vizepräsidentin des Sozialverbandes VdK meinte dazu: „Für 20 Millionen Rentner, die sich teilweise in Nebenjobs noch etwas dazu verdienen müssen, ist die Millionen-Auszahlung an Zumwinkel ein Schlag ins Gesicht”.
Auch Dirk Niebel von der FDP könne die Empörung über Zumwinkel verstehen.
Auch in der Telekom-Bespitzelungsaffäre steht der Ex-Postchef und ehemalige Telekom-Aufsichtsratschef nach der Verurteilung wegen Steuerhinterziehung massiv unter Druck.
Autor: Heiko Erxleben
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